Der Look zum nächsten Herbst spiegelt die Entwicklung im Markt wider. Es wird smarter, cleaner, schicker, ja sogar elegant. Und für die Frauen außerdem richtig feminin. Die maskuline Blazer-Chino-Schnürer-Uniform hat ihren Zenit überschritten. „Es geht wieder um Mann und Frau. Das trennt sich wieder deutlicher“, erklärt Susanne Schwenger von Marc O’Polo. Und Kerstin Görling vom Trendstore Hayashi in Frankfurt stellt jetzt schon bei ihren Kundinnen fest: „Der Look, dass man wieder mehr Frau sein will – der ist jetzt dran.“

Die 60er Jahre dienen dabei als Inspiration, die über allem liegt. Ein konfektionierter, angezogener Look mit klaren, konstruierten Silhouetten ist dominant. Princess-, Shift- und Egg-Shape-Kleider, schmale Mäntelchen, kragenlose Boxy-Jackets, schwingende und Bleistiftröcke, Blusen mit Bubikragen, schmale, verkürzte Hosen im Skifahrer-Look, Mohair-Jäckchen und Rollis sind die Protagonisten dieses Looks. Colorblocks und Materialmix aus Wolle und Leder, Mohair und Lack, Bouclé und Samt inklusive. Wolle und Woll-Optiken setzen ohnehin zu einem Höhenflug an. Vor allem für Mäntel, Jacken und Kleider. Alles muss luxuriös und wertig wirken. Auch Leder zeigt sich am liebsten wieder in glänzendem Nappa. Feminin aufgebrochen wird das Ganze durch Seide für Shirt- und Schluppenblusen, genauso wie für Kleider. Innovation kommt hier über Drucke vom Krawattenmuster über grafische Dessins, immer noch Sterne und Punkte bis zum Animal. Der Leo ist einfach nicht tot zu kriegen.

Selbst Denims werden schicker in neuen Farben, mit Metallic- oder Glanzbeschichtungen. Ganz wichtig ist daneben Cord von glänzend bis gewaschen in vielen Farben. „Das schätzen wir ganz stark ein. Das funktioniert jetzt schon in den ersten Orders“, prognostiziert Til Nadler von Closed – und meint DOB und HAKA gleichermaßen. Für Frauen verliert die Chino stärker an Bedeutung als für Männer. Wenn, dann muss sie gepflegt interpretiert werden – glatt, korrekt, teils ausgestellt und immer mit Bügelfalte.

Die Tendenz hin zum strammen Bügelbruch, zu einem etwas schickeren Look gilt auch für die Männer. Zu sehr gewaschen sollte es nicht mehr sein. Vintage, das Wort will kaum noch einer hören. Vielmehr geht es um griffige Baumwoll-Slacks mit Stand, um smarte Wolle. Wie Anzug und Sakko profitieren solche Teile vom Drang nach mehr Klassik. Auch deshalb setzen viele auf den Mantel. „Im Parka wollen die Männer auch nicht immer rumrennen“, so Stephan Schlösser von Schlösser in Hannover. Smartness, Anspruch, eben mehr Wert – das ist es, was jetzt zählt.