Und was kommt danach? Der Trend nach dem Trend. The next big thing. Zurzeit läuft das Geschäft mit Blumen-Drucken. Bedruckte Jeans, bedruckte Blusen, sogar bedruckte Blazer. Und es wird weiterlaufen. Dazu braucht man keine hellseherischen Fähigkeiten, die Kundinnen lieben die aktuellen Prints – und die Industrie liefert zugkräftige Nachfolger-Themen. Das kann Saisons noch so weiter gehen. Die Natur ist eine unerschöpfliche Quelle für immer neue Blumendessins. Das kann aber auch schnell kippen. Vor allem, wenn es zu schnell zu viel zu sehen ist.

Also was kommt nun nach den Blumen, oder realistischer gesagt: Was baut sich daneben auf? Allen voran Marc Jacobs gibt eine klare Linie vor. Buchstäblich: In seiner F/S-Kollektion propagiert der New Yorker Designer Blockstreifen. Matt und glänzend, längst und quer. Auf Blazern, Kleidern, Tops, Taschen… Nicht nur er, auch Tory Burch, Tommy Hilfiger, Balmain und Michal Kors glauben an klare Linien. Zara griff das Thema gewohnt schnell auf, zeigte für Winter doppelreihige Blazer, Pyjamahosen und fließende Blusen in Blockstreifen.

Streifen also. Die Dichte und die Vielfalt der Ideen deutet darauf hin, wie kommerziell das Thema eingeschätzt wird. Dabei geht es weniger um die gewohnten Marine-Ringel, es ist die modernisierte Variante, breitere Blöcke, Längstreifen. Im jungen und im modisch progressiven Markt zumindest funktionieren sie bereits, plakativ auf Pyjama-Pants oder ganz filigran à la Isabel Marant auf Denimröhren. Pyjama-Pants. Denim. Röhren. Hier, im Hosenbereich, werden Streifen wohl den größten Anklang finden und Impulse zum kommenden Sommer setzen. „Bei den Drucken findet zur nächsten Sommer-Saison eine Beruhigung statt. Im Mittelpunkt stehen Streifen“, sagt beispielsweise Friederike Zellner von Rosner. „Wichtig werden tonige Drucke, immer zurückhaltend, nicht mehr so laut und plakativ. Sehr stark bewerten wir das Thema Streifen in verschiedenen Streifenbreiten, bedruckt und überfärbt“, sagt Rudolf Krautilik von Anna Montana.

Mit dem Streifen-Trend geht ein weiterer, ein Farb-Trend einher: Schwarz und Weiß werden zur Basis des Geschehens. Der Mix der beiden Nichtfarben ist modern, sophisticated und hochgradig dekorativ. Zugleich bebildert er unmissverständlich die Abkehr vom überbordenden Farb-Hype. Und so ganz nebenbei den Trend nach dem Trend.