Adel verpflichtet? Brokat steht für Luxus, Wertigkeit, Opulenz, Noblesse. Und ein Stück Tradition. War das schwere, gemusterte Gewebe früher nur wenigen Adligen oder kirchlichen Würdenträgern vorbehalten, hat sich durch die Erfindung des Jacquard-Webverfahrens die Verwendung von Brokat inzwischen deutlich demokratisiert. Kam es vor kurzem noch weitgehend für Heimtextilien wie Vorhänge sowie Kissen- und Sofabezüge zum Einsatz, ist es nun auch als Material für Bekleidung ganz selbstverständlich geworden. Sei es in Form eines Blazers, Kleides oder – allen voran – einer Hose.



Oft sind auch Schuhe und Taschen aus Brokat. Vorreiter waren einmal mehr die großen Namen wie Dolce & Gabbana und Marni. Kreative wie Stella McCartney und Proenza Schouler zeigten Brokat in unterschiedlichsten Varianten bereits auf ihren Schauen für die Herbst-/Winter-Saison. Auch Denim-Labels wie JBrand haben die Brokathose zur neuen Saison im Programm. H&M hatte im Rahmen seiner jüngsten Designer-Kooperation mit Marni bereits im Sommer eine Hose aus Brokat im Sortiment. Auch andere Vertikale setzen auf diesen „königlichen“ Trend zur neuen Saison: Zara, Asos, Topshop und Primark – sie alle bieten Teile aus Brokat an. Kein Wunder, denn das edle Material reiht sich perfekt in das Thema der Saison – nämlich Dekoration – ein. Denn neben Perle und Paillette, Gold und Glitzer, Strass und Steinen, Samt und Seide macht sich Brokat unheimlich gut und ergänzt den prächtigen, fast protzigen Look.

Oft mit eingewebten Gold- und Silberfäden kommt der Brokatstoff aus einem Viskosefilamentgarn, komplett in Seide, oder aber auch in Form von Samt. Entweder ganz offensichtlich in royalen Farben wie Gold, Blau und Rot oder dezenter und subtiler in Schwarz oder Nude.

Damit Brokat aber nicht altbacken und angestaubt daherkommt, sondern modern und neu, ist das richtige Styling entscheidend. Fashionistas wie Olivia Palermo oder Blake Lively tragen die verkürzte Brokathose zum simplen Shirt mit Monster-Heels oder den Blazer aus Brokatstoff zur schlichten Skinny-Jeans. Hauptsache, der Look wird gebrochen. Doch man braucht noch lange kein Star zu sein oder gar blaues Blut haben. Schließlich kann sich heutzutage jeder das „teure Stück“ leisten. Brokat für alle!