Isn't it romantic?“ – so hat das Museum für Angewandte Kunst in Köln seine zum Auftakt der Internationalen Möbelmesse (IMM) eröffnete Ausstellung überschrieben. Die Schau, die noch bis Mitte April läuft, zeigt unter dem Untertitel „Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation“ Arbeiten von Designern wie Ronan und Erwan Bouroullec, Patricia Urquiola, Philippe Starck und Hella Jongerius, Formantasma, Julia Lohmann, Robert Stadler und Jaime Hayón. Ein Highlight sind sicherlich die Porzellanfiguren des spanischen Designers Hayón für die Porzellanmanufaktur Lladró. Auf den ersten Blick wirken sie wie feinste Figurinen aus einem früheren Jahrhundert, erst auf den zweiten Blick erfasst man, dass der kleine Reiter nicht auf einem Pony sitzt, sondern quietschvergnügt auf einem Gummischaukelpferd in Lindgrün über den Wohnzimmerteppich reitet. Die kleine Figur erinnert stark an den Inhalt der Vitrinen und Glasschränke bei Opa und Oma. Und damit ist sie sozusagen der in Porzellan gearbeitete aktuelle Trend in der Möbelbranche.

Neo-Retro. Nicht nur auf der IMM in Köln auch auf der Maison&Objet in Paris stand Retro ganz oben auf der Liste. Und das gilt für Materialien wie für Stilistik. Nicht nur, dass Eichenholz ein Revival erlebt, auch bei der Formgebung stehen Designs aus den 50er und 60er Jahren Pate. Vor allem voll vertäfelte Wände, Sideboards mit klaren und strengen Linien sowie Sprossenstühle mit Armlehnen lassen die Atmosphäre längst vergangener Tage wieder aufleben. Dabei spielen die Designer von heute durchaus mit den Klassikern. Ob über Farbakzente wie neonfarbene Griffe oder die Kombination mit ungewöhnlichen Materialien wie Filz – das Design ist ein Zitat, aber eben keine Kopie.
Neo-Retro
Neo-Retro


Farbkick. Weiterentwickelt wurde auch ein anderer Trend aus den vergangenen Saisons. Farbe spielt weiterhin eine wichtige Rolle – auch im Möbelbereich. Zum einen als Akzent, zum anderen als Komplettfarbe. Ähnlich wie in der Mode sind auch bei Möbeln Neontöne weiterhin angesagt, insgesamt hat sich die Farbpalette im Vergleich zu den Vorsaisons aber etwas abgemildet. Die Farben sind nicht mehr ganz so knallig, eher greifen die Möbeldesigner zu warmen, satten Tönen. Und auch Colorblocking ist bei den Möbeln zu sehen – vor allem in der Kombination Pink und Orange.
Farbkick
Farbkick


Natur pur. In der Ladengestaltung ist es bereits seit einigen Saisons zu sehen: viel Weiß, helles Holz, begrünte Wände. Natürlichkeit und Purismus stehen Pate für ein cleanes und gleichzeitig warmes Ambiente. Das spiegelt sich auch im Möbeldesign wider. Klare, weiche Formen, vor allem auch bei den Polstermöbeln. Materialien wie Filz, Wolle oder unbehandeltes Holz vermitteln Natürlichkeit. Passend stehen auf der Farbpalette Weiß-, Beige- oder auch matte Blautöne. Im Vergleich zu den Vorsaisons gewinnt dabei Grau in diversen Schattierungen an Bedeutung und löst häufig Weiß als neutraler Ton ab.
Natur pur
Natur pur


Shabby Chic. Abgelöst wird der Shabby Chic offensichtlich noch lange nicht. Abgewetzt bleibt angesagt. Verlebt aussehende Ledermöbel, Stoffe oder auch Teppiche passen nicht nur perfekt zum modischen Vintage-Look, sondern halten auch vermehrt in den Wohnungen Einzug. Von daher überrascht es nicht, dass die Möbelhersteller in ihren aktuellen Kollektionen weiter auf dieses Thema setzen.
Shabby Chic
Shabby Chic