Der Herbst bringt neue Geschichten mit sich. Allen voran neue Shirt-Stories: Die Hemdbluse ist zurück. Durchgeknöpft, mit Hemdkragen und Manschette – trotzdem nie spießig. Perfect Patch ist das Thema der Stunde, zum Beispiel beim Aufsteiger Blouson: Jersey und Leder. Seide und Baumwolle. Mesh und Techno. Beschichtungen stehen ebenfalls im Fokus. All das kommt jetzt auf die Flächen. Und noch mehr. Teil 1: Der Look der DOB zum Herbst 2013:

WILD ANIMALS. Tigerkopf. Kenzo hatte ihn als erstes. Das war vor mehreren Saisons. Nun ist er im breiten Markt angekommen. Mal als Intarsie, mal als plakativer Print. So wird der Sweater zum Statement. Neben dem Tiger gibt es aber noch mehr zu sehen. Wie auf einer Safari durch Afrika. Giraffen, Zebras, Leoparden, Reptilien – es kann gar nicht exotisch genug sein. Hauptsache, die Tiere sind nicht zu lieblich und filigran. Aber auch die typischen Animal-Prints gibt es noch. Umgesetzt auf Kleidern, Shirts und Hosen. Neu daran ist, dass sie meist etwas verfremdet und tonig daherkommen. Manchmal sogar im Mix mit Blumen oder grafischen Mustern. Die Tiermotive funktionieren im sportiven Look – etwa auf dem kuscheligen Sweat zur Jeans – genauso wie als Druck auf der Seidenbluse zum Pencilskirt und High Heel.

NEUE BLUSEN. Die Hemdbluse feiert ihr großes Comeback. Aber in neuer Optik. Sie ist lässiger, fließender, lockerer. Sogar ungebügelt kann sie daherkommen. Nicht mehr spießig und altbacken. Aus Seide oder Baumwolle, aber dann mit weniger Stretch als bisher. Mit typischem Hemd-Kragen, Manschette und Brusttasche. Am stärksten: ganz in Weiß. Pur, clean, sophisticated. Daneben baut sich die Longbluse auf. Sei es in Form der Tunika oder des Blusenkleids. Besonders beliebt: die Vokuhila-Silhouette, vorne kurz und hinten lang. Damit der Po bedeckt ist. Die neuen Modelle kommen mit mehr Volumen. Nicht XXL, aber eben eine Nummer größer als nötig. Auch am Ärmel ist Volumen ein großes Thema. Besonders die vom Kimono inspirierte verkürzte, weite Form ist eine wichtige neue Silhouette für die Bluse. Neue Details bieten Kaufimpulse. Das können besondere Knöpfe sein, feine Ripsbänder und Paspelierungen, Fältelungen oder neue Kragenlösungen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ausstattung ist das Stichwort der Saison.

MATERIAL GIRLS. Reich: Fühlt sich einfach gut an. Ob Jersey oder Webware. Auf das Feeling kommt es an. Vor allem in der kühlen Jahreszeit, wenn man sich in Jacken und Pullis kuscheln möchte. Haarig: Ob Echtpelz, Fake Fur oder haarige Wollqualitäten. Mal lockig, mal bunt gefärbt, mal streng und kurz geschoren. Im Kontrast zu glatten Stoffen wird es erst recht interessant. Dann kommen Astrachan, Teddyfelle und Bouclés so richtig zur Geltung. Patchideen leben in diesem Herbst von den Kontrasten. Im Kontrast dazu: perfekte Digitaldrucke. Röcke, Jacken oder Kleider bekommen eine völlig neue Optik. Im Trend sind auch Space-Motive, Tierfell-Verfremdungen oder Landschaften, die auf Seide oder Polyester ganze Geschichten erzählen. Spannend: Denim, Leder, Shirt. Die Casual-Welt lebt von diesem Trio. Damit es nicht langweilig wird, bringen neue Beschichtungen Leben hinein. Metallics in schillernden Farben werden auf Denim geprintet. Häufig richtig kunstvoll, wenn Seitennähte und Details akzentuiert werden. Die Beschichtungen kommen in Form von Foliendrucken auch auf Strick und Shirts zur Geltung. Ein spannendes Feld mit Potenzial.

EDELSTEINE. Vorbei ist die Zeit von schreienden Neontönen. Auch die der Gewürzfarben des vergangenen Herbstes. Nun sind tiefe Edelsteinfarben angesagt. Sie bilden den Gegenpol zu den ganzen angestaubten, geeisten Pastellen. Kräftige, starke Farbtöne bekommen einen dunklen Überzug und wirken somit edel und reich. Es sind die Farben der Royals. Rot, Blau, Violett. Starke Farben, die Macht und Eleganz ausstrahlen. Und: Reichtum. Wie ein edler Schmuck, wie Kronjuwelen. Gold- und Silber-Akzente spielen hier eine wichtige Rolle. Schimmer und Glanz ebenso. Die Farbskala hat auch ein bisschen was von Twilight. Immer mit einem Schwarzstich. Da verwundert es nicht, dass auch Leder und Samt groß rauskommen. In das Edelstein-Thema spielt auch Indigo-Denim mit hinein. Ganz dunkle, tiefe Blautöne, fast schon Schwarz, sind gefragt. Eine tolle Kombination zu der neuen Farbskala rund um Rubin, Smaragd und Saphir.

NEUE JACKEN. Der Blouson ist unschlagbar cool. Sportiv und leicht. Unterhaltung kommt über Material-Patch wie etwa Jersey mit Seide, Baumwolle mit Mesh. Auch Drucke lassen den Blouson neu aufleben. Im College-Stil zu Jeans und T-Shirt, erwachsen und angezogen wird’s zum Bleistiftrock und Ankle-Boot. Die Bikerjacke ist und bleibt allerdings der Liebling der Frauen. Sie muss kurz und knackig sein. Das Leder butterweich. Nicht nur in Schwarz, sondern auch mal in Farbe: Grün und Blau sind hier die Taktgeber. Eine neue Optik erhält sie, wenn das Leder gesteppt oder mit Jersey gepatcht wird. Nieten, Steine und Zipper sind hier ein großes Thema. Der Blazer geht immer. Aber er muss einen soften Griff haben, zum Beispiel aus Jersey sein. Auch die Form muss easy sein. Damit man ihn locker überwerfen kann. Und schließlich: Denim. Der Aufsteiger, der es wieder ganz nach oben geschafft hat. Und damit ist nicht nur die Hose gemeint. Auch die Jeansjacke in Blau ist ein Must-have der Saison. Sie macht jedes Outfit extrem lässig. Entweder dunkel und clean, oder bleached und sportiv. Sogar destroyed darf sie sein. Und immer ein bisschen oversized.

MODERN GRAPHICS. Als Marc Jacobs für Louis Vuitton seine Blockstreifen und Karomuster über den Laufsteg schickte war klar: Das wird ein Mega-Trend. Grafische Linien erobern nun die Mode. Mit Blockstreifen sehr plakativ. Mit feinen Gitterlinien eher dezent. Auch die Op-Art der 60er Jahre mit Flimmereffekten wird wieder aufgegriffen, am kommerziellsten umgesetzt in Form von Schwarz/Weiß-Graphics. Daneben kommen Krawattenmuster ganz groß raus. Schon in der abgelaufenen Saison für all die gemusterten Hosen. Nun geht der Trend weiter. Die bunten Würfelmuster erobern Shirts, Blusen, Jacken bis hin zur Outerwear. Ornamente sind die verspielte, opulente Schwester der kleinen Krawatten-Dessins. Wenn Schwarz in Mode ist, sind verschnörkelte Ormanente nicht weit, vor allem für Ausbrenner, Flockprints und als Druckmotive in Kombination zu den vielen neuen Beschichtungen. Hahnentritt, Raute und Fischgrat haben ein Update bekommen. Ob durch Vintage-Effekte mit coolen Waschungen oder als verfremdete Digital-Drucke. Auch eingestrickt als Intarsien leben die guten Bekannten wieder auf. Allerdings immer abgewandelt oder durch kontrastreiche Farben modernisiert.