Dieser Sommer hatte es in sich: Er kam, aber spät. Der Leidtragende war, wie bereits vielfach beschrieben, der Handel, der vieles mit hohen Abschriften hergeben musste. Denn als den Kunden bei hochsommerlichen Temperaturen endlich der Sinn nach leichter, offener Ware stand, war das Gros bereits reduziert. Insgesamt bescherte das erste Halbjahr dem deutschen Schuhfachhandel ein Umsatzminus von 3%. Diese schwierige Saison hat noch einmal verdeutlicht, wie bedarfsorientiert Kunden kaufen – und wie essenziell daher ein gutes Timing, eine feinjustierte Saison-Taktung für ein gut funktionierendes Geschäft ist. Die TW unternimmt den Versuch und teilt die kommende Sommersaison auf. In drei Abschnitte. So könnte das Sortiment zu den jeweiligen Lieferterminen aussehen:

Winter. Im Januar/Februar, wenn es draußen noch nass und kalt ist, darf das Schuhsortiment noch nicht zu sommerlich sein. Denn: Die Kunden suchen zwar Neues, möchten ihre Errungenschaften aber sofort tragen. Im Fokus stehen daher noch geschlossene Modelle mit eher robusterer Sohle. Und dunkle Farben: Dunkelblau, Schwarz, Grau. Sneaker ziehen sich sowieso durch die gesamte Saison, jetzt noch in gedeckteren Farben. Ebenso Booties, die zu diesem frühen Termin vereinzelt aber schon mal in helleren Pastelltönen gezeigt werden dürfen – als Einstimmung auf die warme Jahreszeit. Nicht zu zarte Loafer und Schnürer, ebenfalls Themen mit weiterhin Potenzial, bringen Abwechslung zu den fesselhohen Booties und Hi-Tops. Den femininen Part im Sortiment übernehmen Pumps und erste zarte Ballerinen.

Frühling. Für März dürfen die Farben deutlich heller werden, die Materialien weicher. Velours darf nun breit gespielt werden, gerne in den neuen Pudertönen. Booties kommen mit Perforationen, eines der großen Trendthemen bei Schuhen. Für ein erstes luftiges Sommerfeeling. Die Silhouetten sollten allmählich leichter, filigraner werden, gerade bei Schnürern. Erste offene Ware sollte ebenfalls Teil des Sortiments sein, aber noch moderat in der Anteiligkeit, vielleicht noch in gedeckteren Farben. Allerdings: Mit Blick auf die vielen Anlässe wie Konfirmationen und Hochzeiten steht Galanterie hoch im Kurs. Pumps sollten modisch spitz sein und punktuell auch in angesagten Metallictönen angeboten werden.

Sommer. Ab April/Mai ist endlich Zeit für leichte, offene Schuhe auf breiter Front. Bei den Schnürern heißt das: flexible Böden, leichte Schläppchen, fast zum in die Handtasche Stecken. Auch Espadrilles sind wieder ein großes Thema. Übrigens auf allen Leisten, ob klassisch flach oder als Wedges, wie wir sie aus Kollektionen wie Castañer kennen. Booties und Sneaker bleiben selbst jetzt ein Thema, aber natürlich sommerlich leicht. Das heißt: helle Farben, Perforationen, bei Sneakern Mesh und Nylon, leichte Veloursleder. Pumps dürfen jetzt offen sein: Peeptoes stehen hoch im Kurs, ebenso Slings, die zum kommenden Sommer ein Comeback auf allen Absatzhöhen feiern. Und wenn es richtig heiß ist, dann ist endlich auch Zeit für zarte Sandaletten, für die ganz offene Ware also. Je weniger dran ist, umso besser. In der neuen Trendfarbe Weiß besonders gerne gesehen.