Dass die „Simple Things“ oftmals die besten im Leben sind, besingt Joe Cocker seit 18 Jahren. Aktuell verlangt auch die Herrenmode nach Simplizität. „Klassische Polo-Piqué-Shirts, vor allem von Lacoste, laufen rauf und runter“, heißt es bei einem Herrenmodefilialisten aus Hamburg. Zwischen 79 und 89 Euro im VK kosten die Halbarm-Shirts, gefragt sind neben kräftigen Rot- und Blautönen gedeckte Farben wie Schlamm und Ocker.

Purismus schlägt Pomp – vor allem clean müssen die Piqué-Shirts sein. Aufnäher und Patches à la Camp David sind derzeit nicht gewünscht vom modischen Mann. Farbe aber umso mehr. Das bestätigt auch Reinhold Brink vom Modehaus Woggon in Göttingen: „Einfarbige Poloshirts in Mittelgrün und Rot sowie Lachs und Koralle funktionieren sehr gut. Zum Beispiel von Marc O’Polo für 59 Euro.“ Der Run auf die softe, leicht strukturierte Ware ist offiziell eröffnet: Beim Herrenausstatter Weitkamp in Münster gehören die einfarbigen Polos von Moncler für rund 110 Euro zu den Gewinnern. „Die Farben Weiß, Grün, Blau und Orange verkaufen sich derzeit am stärksten.“ Versteckte Details bleiben nach wie vor wichtig, sie sollen Geschichten erzählen und die Produkte aufwerten. Und natürlich ganz nebenbei den Bon erhöhen.

Ganz clean, schmal und am besten in Weiß wollen es derweil junge, modebewusste Männer. Fred Perry wird hier oft als Lieblingslabel genannt. Das urbritische Mode-Unternehmen geht seit einigen Saisons Kooperationen ein, um das modische Profil zu schärfen. Und nicht nur Sportfreunde mögen es.