Dass die Herbst/Winter-Saison 2011/12 für den Handel eine extrem ambitionierte war, spiegelt sich im Schuhsegment genauso deutlich wider wie in jedem anderen. In vielen Lagern stapelten sich warmgefütterte Modelle – und sie tun’s immer noch. Weil sich der Handel aufgrund des sehr kalten Winters im Vorjahr übermäßig damit eingedeckt hatte. Auch klassische Langschaftstiefel müssen einen herben Rückschlag hinnehmen – zugunsten der Ankle-Boots, die zu den begehrtesten aller Begleiter avancierten.

Sie sind der Liebling schlechthin. In allen Preislagen. In allen Varianten. Zu jedem Outfit. Auf schwindelerregenden Absätzen genauso wie auf gemäßigten Höhen. Fellverbrämt und schlicht. In Velours wie in Glattleder. Dass die Multitalente auch nächsten Winter ganz vorne mitspielen, ist klar. „Ankle-Boots sind im Markt ja gerade erst richtig angekommen“, meint Sandra Caspers von Shirley Mae in Hamburg.

Dennoch: Dieser Schuhtyp darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, er muss sich wandeln, um weiterhin begehrlich zu bleiben. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass Ankles grundsätzlich mehr Farbe vertragen könnten – mehr als bloß Taupe, Braun und Schwarz“, so Caspers. „Zudem müssen die Farben, gerade Brauntöne, in Zukunft mehr auf dem Punkt sein. Oft war es problematisch, wenn die Farben nicht eindeutig waren, Cameltöne beispielsweise einen Rotstich hatten und so eher schwer zu kombinieren waren. Grau-Nuancen sollten ohne Grünstich auftreten, und die Finishings dürfen insgesamt glatter und schicker werden.“

Unisono freut sich der Handel dabei auf gepflegte Produkte. Wie Kathy Wenderoth von Görtz in Hamburg: „Mega-used-Optiken werden nicht mehr funktionieren, elegantere, wertigere sind gefragt.“ Fein gemacht, so werden sie ihre Zugkraft behalten.