Die weiterhin ungewöhnlich niedrigen Temperaturen für Ende Mai, Dauerregen sowie die nahezu konsequente Abwesenheit von strahlendem Sonnenschein lassen die Lust auf Einkäufe von sommerlichen Produkten nach wie vor im Sande verlaufen. Das gilt für Bekleidung wie für Schuhe. Wenn es draußen stürmt und regnet, greift die Kundin lieber zu geschlossenem Schuhwerk als zu Sandaletten, Sandalen und Co. Anziehen kann sie diese Modelle im Moment ja ohnehin noch nicht, sofern sie keine kalten und nassen Füße bekommen möchte.

Alles, was also geschlossen und dabei casual, lässig, unkompliziert ist, hat bei Damenschuhen derzeit die Nase vorn, darunter natürlich auch beliebte Übergangsware. „Bei Ballerinen und Loafern bemerken wir im Augenblick eine verstärkte Nachfrage, gerade in dezenten Farben", berichtet Jürgen Müller von Schuhhaus Müller in Worms. Noch lieber gekauft aber werden leichte, ungefütterte Booties. „Sommerstiefelettchen sind die Lieblinge der Kundinnen, das zieht sich seit Januar durch“, weiß Britta Goertz vom Schuhhaus Meyer in Lübbecke. Ein Modell von Vagabond, 89 Euro VK, ist längst ausverkauft – und auch nicht mehr nachzuordern. Sommerliche Booties von Paul Green, im VK bei rund 130 Euro, sind ebenfalls Bestseller.

Daneben lässt alles, was vulkanisiert und sportiv ist, die Kasse klingeln – neben dem Original-”Chuck“, dem Evergreen von Converse, sind das sämtliche Macharten, die in diese Richtung gehen. „Im jungen Bereich ist hier SPM sehr stark“, sagt Britta Goertz. Das untypische Maiwetter scheint auch die Farblust zu drosseln, denn die SPM-Modelle gehen in Neutraltönen – Beige, Grau, Taupe – am häufigsten über den Ladentisch, und Chucks sind ohnehin seit Wochen vor allem in Weiß gefragt. Goertz: „Die Zugkraft all dieser Modelle zeigt uns überdeutlich, wie zeitnah und wetterorientiert letztlich doch gekauft wird.“

Kathy Wenderoth von Görtz in Hamburg sieht die Beliebtheit von Casual-Schuhen nicht nur in Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen. Es sei eher ein grundsätzliches deutsches Phänomen. „Im Vergleich zu anderen Märkten kauft die Kundin hierzulande schon deutlich lieber, was casual und bequem ist. Alles, was feminin ist, hat derzeit das Nachsehen. Selbst am Arbeitsplatz ist casual in vielen Branchen doch mittlerweile Usus.“ Im breiten Markt sind daher auch bei Görtz sportive Boots die derzeit größten Renner, mal ungefüttert, mal perforiert, mal in Velours, aber immer lässig, darüber hinaus Sneaker und vulkanisierte Schuhe von Ash über Converse bis hin zu Lacoste, Nike und Vans. Das Gute an ihnen: Sie lassen sich auch dann bestens tragen, wenn die Sonne doch noch irgendwann aus ihrem Versteck kommen sollte.

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