Der Griff zum richtigen Schmuckstück kann gravierende Entscheidungen nach sich ziehen. Wenn es beispielsweise bei „Germany’s Next Topmodel“ um den Einzug in die Top Ten geht und Heidis „Mädchen“ alle dasselbe Kleid zu tragen haben, für das sie dann mittels Frisur, Make-up und Schmuck aber ein eigenes Styling inszenieren müssen. Um die Jury von sich und ihrem individuellen Look zu überzeugen. Da greift die eine zu funkelnden Chandeliers, die andere zur goldenen Armspange. Die Dritte entscheidet sich für beides und legt dazu noch ein Collier an.

Fernab der Donnerstagabend-Sendung, nämlich bei der Vollendung des täglichen Outfits, hat Modeschmuck längst eine bedeutende Rolle eingenommen. Das belegt eine Datenerhebung von Markt-Studie.de, Köln. Demnach habe die Schmucknachfrage in Deutschland seit dem Krisenjahr 2009 stetig zugelegt, heißt es in der Studie. Das Schmuck-Gesamtmarktvolumen liege jetzt wieder deutlich über der Drei-Milliarden-Euro-Marke.

Ein wunderbares Thema also, mit dem sich die Umsätze im Modehandel anreichern lassen. Schließlich ist Schmuck essenziell bei der Gestaltung eines Looks, er darf nicht fehlen – da sind sich Handel und Designer einig. Ein klarer Trend, zum Beispiel hin zu üppigen oder filigranen Schmuckstücken, lässt sich derzeit allerdings nicht ausmachen. Zarte Armkettchen sind genauso beliebt wie so genannte Statement Pieces, größere, auffällige Teile, die am besten alleine zur Geltung kommen. Dass das so bleibt, haben auch die Designerschauen für Herbst/Winter 2012 gezeigt.



Die Top-Themen von den Laufstegen:



ANIMAL FEVER. Schlangen, dekadent um den Hals gewickelt. Wie bei Selma Hayek in „From dusk till dawn". Leoparden und Löwen, die Kraft und Energie suggerieren, stilisierte Vogelköpfe, die Zielorientiertheit versinnbildlichen. Swarovski-Besatz darf hier nicht fehlen.

Roberto Cavalli
Roberto Cavalli


GOTH DE LUXE. Kein Symbol ist dunklen Großstadt-Vamps lieber als das Kreuz. Mystisch schwarze Steine zu kaltem Silber sorgen für gewollt martialische Anmutung. Polierte Ohrscheiben spielen den Look modern. Welcome to the dark side of jewellry.

Andrew GN
Andrew GN


RICH TRADITION. Fein gearbeitete Gemmen, üppige Perlenketten, opulente Schmucksteine in Rot, Blau, Grün. Gemmen-Ohrringe, getragen zu Gretelzöpfen: harmonisches Duo. Wie Schwarz und Gold. Wie Weiß und Gold. Neue alte Optiken, die Vertrautheit hervorrufen. Die Welt ist in Ordnung.

Temperley
Temperley


BOURGEOISIE 2.0. Artig. Ordentlich. Adrett. Und ein bisschen zugeknöpft. Nicht aber züchtig. Vielmehr betonen Broschen und verzierte Knöpfe Hals und Dekolleté noch – aber subtil.

Oscar de la Renta
Oscar de la Renta


LUXURY COLLARS. Reichlich dekoriert, aufwendig gearbeitet. Viel Gold, viel Strass. Und bloß nicht zu klein. So wird der Trend des abnehmbaren textilen Kragens als Schmuckstück weitergedreht. Und wieder neu. Aber viel mondäner.

Ralph Lauren
Ralph Lauren


ART ON ARMS. Mit gewöhnlichem Armschmuck haben diese Kreationen nicht mehr viel zu tun. Sie sind mehr. Viel mehr. Sie sind Kunstwerke, die für sich alleine stehen. Keineswegs dulden sie daher weitere Schmuckstücke neben sich.

Byblos
Byblos