In Mailand gibt es dieser Tage keine Chino zu sehen. Die internationalen Designer, allen voran Miuccia Prada, propagieren Anzug, Hemd, Blazer, Mantel. Alles sauber, angezogen, aufgeräumt. Doch das ist die Spitze, ganz oben, morgen. Das Geschäft wird derzeit mit Sportswear gemacht. Alles casual. Alltag pur. Chino-Alarm. Angekurbelt von neuen Farben. Erst Blau. Grün. Dann Rot. „Chinos in Farbe, da kommen wir kaum noch hinterher und suchen noch händeringend Sofortware“, sagt Madelaine Rollenberg von Behrens&Haltermann in Itzehoe. Beste Marken im jungen Bereich: Tom Tailor, Tom Tailor Denim, Scotch&Soda, Jack&Jones, in der HAKA: Mac und Brax. „Und hier auch schon die neuen, schmaleren Formen.“

Das Chino-Geschäft läuft, jetzt geht es in die Nuancen. „Neben Skinny Fit-Chinos in Electric Blue und Rostrot hat sich die Chino in Hellblau sehr gut verkauft“, sagt Sahin Akcicek von Einzelstück in Wiesbaden. Graublau, Bleu bis hin zu Mint, das ist die neue Farbigkeit. „Neu für Männer sind jetzt Pastellfarben wie Mint und Türkis“, sagt Sven Behrens von Angelo’s in Hamburg. Vielerorts das gleiche Bild: Im Modehaus Ehlers Wyk auf Föhr sind Chinos von Closed in Hellblau und Türkis die Topseller, so Peter Weber. Genauso wie bei Bentz in Saarbrücken: „Chinos von Hackett in Rot und Grün laufen, daneben baut sich Hellblau als verkaufsstarkes Thema auf. Kombiniert wird das mit einem dunkelblauen Sakko“, sagt Francis Bentz.

Die ersten Kollektionen für Sommer 2013 spielen die Farbflöte von Matcha, Minze bis Fango. Grün ist der absolute Shooting-Star. In unterschiedlichsten Nuancen zieht er sich durch die Produktgruppen bis hin zur schlanken Chino in Schlamm.

Allerdings lässt der Überraschungseffekt der farbigen Hose nach. Es muss mehr passieren. Mit Hilfe von außergewöhnlichen Gimmicks und Features wie Laschen, Neon-Paspeln, Bändern, farbigen Abseiten, fröhlich leuchtenden Paisley-Print-Taschenbeuteln und knallige Knopflöcher sollen die Männer der Chino treu bleiben.