Flared, Culotte, Baggy – seit einiger Zeit propagieren Denim-Anbieter die neue Weite für Frauen. Filialisten wie H&M, Zara und Mango kommunizieren mehr Beinfreiheit bei Jeans, ob in Schaufenstern oder Newslettern. In der Realität sind die neuen Formen jedoch nur bedingt angekommen. Denn der Silhouettenwandel bei der Hose ist bekanntermaßen die Schnecke der Modebranche: Er setzt sich gemächlich in Bewegung, verzieht sich erst einmal ins Häuschen, falls es draußen zu wild wird. Und so lässt eine alte Bekannte die modischen Neuheiten umsatztechnisch weit hinter sich: „Die Jeans muss schmal sein“, heißt es unisono im Handel. Mal mit Kneecut, mal ohne, meistens Dunkelblau oder Schwarz ohne große Waschung. Das bestätigt man von Sindelfingen bis Hamburg. „Ich glaube hier vorerst auch nicht an eine Veränderung“, sagt Nicole Fischer von Keller-Warth Trendstore, Biberach.

So bleibt neuer Schwung vorerst aus: „Das Geschäft ist stabil, aber nicht sonderlich dynamisch“, sagt Wrangler Europa-Chef Marc Svojanovsky. Das Feedback von Händlerseite zu den aktuellen Geschäften mit Denim ist gemischt: Die einen sprechen von der sicheren Bank, die anderen von den schlechtesten Denim-Umsätzen seit Jahren. „Wir verkaufen schon Jeans, aber andere Hosen sind gefragter“, berichtet Frank Kahlau von Daniels, Bornheim. „Blue Denim tut sich gerade bei Frauen schwer.“

Bei Crämer&Co in Nürnberg spürt man davon nichts, Inhaber Stefan Crämer berichtet von guten Umsätzen. Immer wieder genannt werden Please, Buena Vista und das bayerische Label Gang, die dem Handel aktuell gute Umsätze bescheren. Jedoch auch vornehmlich mit Non-Denims. Nebenbei findet dann die ein oder andere doch Gefallen an den neuen Formen. Bis sie in der Masse ankommen, scheint der Weg jedoch deutlich weiter als die Silhouette.