Bei Topman geht es Schlag auf Schlag. Die Seventies durchdringen die Lookbook-Styles zum Frühjahr. Hosen, oben knackeng, unten mächtig ausgestellt, prägen die eindringliche Silhouette. Scharf gezogene Bügelfalten treffen auf weite Bootcuts. Dazu der Star: das Druck-Hemd. Die Protagonisten, ganz klar: Tapeten- und Teppichmuster. Auch Ikat- und Batik-Input dürfen nicht fehlen.

Bei John Travolta wurden die Knöpfe fast gesprengt. Heute schmiegen sich die Prints fließender an die Körper. Federleichte Baumwolle wird garniert mit weit geöffneten Camping-Kragen, psychedelischen Prints und ordentlich Farbe. Prägend sind irritierende, polarisierende Töne. Niemand hat ihn vergessen, den Evergreen der sanitären Anlagen: Mint, ja Mint. Und was wäre der Mai ohne immer wieder Flieder. Gerne und vor allem auch bei Socken. Nie zu satt, immer leicht abgemildert und mit genügend Helligkeit. Dazu die Farbe der Siebziger schlechthin: Orange – als übergroßer Parka oder minimaler Print.

Extravaganz extrem bei den Schnitten. Die Schlaghosen sind dabei nur ein Anfang. Bei Anzug und Jacket toben sich Topmans Schneidermeister so richtig aus. Kantige Abstiche in Kollision mit hochgeschlossenem Vierknopf. Trockene Qualitäten mit Stand zeigen sich mit Ärmeln und Hosenbeinen in Dreiviertellänge. Zu kurz, um als Hochwasserhose durchzugehen und zu lang, um noch als Bermuda zu taugen. Sakkos kommen in neuen Längen als Brückenschlag zu sommerlichen Kurzmänteln.

Sind die Hosen nicht mit Schlag, dann punkten sie über neue Weiten. Skinny ist out, das merkt man bei Topman ganz deutlich. Dazu entweder Sneaker oder Loafer. Nicht nur an den Füßen ist Preppyness zurück. An Machos im Mondlicht denkt hier keiner mehr. Topmans Lookbook stellt mit großer Stringenz unter Beweis, dass Coolness auch mit dem Plus an Ironie und Farbe möglich ist. Mint und Flieder inklusive.