Casual. Laissez-faire. Alltagstauglich. Krempeln. Locker. Zum Drüberwerfen. Chino. Schnürer. Boyfriend. Hemdbluse. Strickjacke. Wolle. Schliff. Schimmer. Snood. Das sind die Stichworte, das Mode-Jahr 2011 in der Damenmode grob beschreiben. Noch nie waren die Themen in der DOB und HAKA ähnlicher. Noch nie der Look einheitlicher. Casual – das ist und bleibt das Gebot der Stunde, das Gebot der Straße.

Doch dann kam er: der Plisseerock. Erst einer, dann zwei. In der Redaktion, in Berlin während der Messen, schließlich in einer stinknormalen U-Bahn. Könnte es sein, dass etwas von Mad Men und all den Grace Kelly-Lookalikes vom Laufsteg zum Volk durchgesickert ist?

Vielmehr geht es um ein neues Verständnis von Eleganz und Schick. Was ist denn heute noch elegant? Wann ist etwas schick? Oder zu schick?
Heute gilt doch auch das Seidenkleid als lässig. Längst sieht man es in den Büros. Es gibt weniger Berührungsängste. Je mehr man es in gewohnter Umgebung sieht. Die hochgeschlossene Bluse zur locker sitzenden Wollhose. Lässig. Bubi-Kragen. Lässig. Und eben auch der plissierte Rock ist lässig, er muss ja nicht mit strengem Blazer und biederen Pumps kombiniert werden.

Lässig ist heute nicht mehr gleichzusetzen mit sportiv. Es ist vielmehr: cool, urban, leicht, unbeschwert und vielleicht auch schick. Lässig ist ein Gefühl. Und dafür braucht es nicht zwangsläufig die Chino.
Vielleicht beginnt eine neue Zeit. Vielleicht wird das ewige Propagieren der Designer erhört. Die Anbieter haben bereits akribisch daran gearbeitet, ihren Kollektionen das Prädikat "schick, aber lässig" zu verleihen. Elegant, aber nicht aufgeregt. Immer noch alltagstauglich, aber nicht nachlässig. Man muss jetzt sehen, wie die Kundin darauf reagiert. Auf jeden Fall wird man den einen oder anderen Plisseerock verkaufen, ein paar Seidenblusen mehr allemal.