Sie polarisieren wie kaum ein anderes Kleidungsstück in der HAKA: Hemden mit viel dran. Zu bunt, zu laut, zu prollig, finden die einen. Andere können dagegen gar nicht genug bekommen von Badges, Schriftzügen, Stickereien und Applikationen. Fest steht, dem Handel spült das plakative Lifestyle-Thema, dessen Haupt-Protagonist Camp David ist, seit Saisons ordentlich Umsatz in die Kasse. Wie lange noch? Haben die Kunden langsam genug von Dekoration am Hemd? Wir haben nachgefragt.



Asaad Taufele (23), Student: „Hemden im Camp David-Stil sehen cool aus, wie von einem berühmten Schauspieler. Die Shirts gefallen mir zwar, es käme aber auf den Preis an, ob ich mir eines kaufen würde. Allerhöchstens 40 Euro würde ich dafür ausgeben. Für mich sollen Hemden eng geschnitten sein, am besten im Slim Fit-Stil. Wenn auf der Rückseite große Schriftzüge stehen, ist das okay, aber vorne mag ich eher wenig – das Markenlogo vielleicht, ansonsten lieber nichts. Mir gefallen zum Beispiel die Sachen von Tommy Hilfiger.“

Flavio Lopez (40), Luftfahrt-Kaufmann: „Die Oberteile finde ich etwas übertrieben. Ich meine, die sehen ein wenig proletenhaft aus. Die Hemden sind zwar schön geschnitten, die Muster gefallen mir aber nicht. Je weniger auf einem Hemd drauf ist, desto besser. Ich mag eher den klassischen Hemden-Typ. Mir gefallen vor allem taillierte Schnitte bei Hemden. Farbe ja, aber am liebsten uni.“



Helmut Kunz (69), pensionierter Marineoffizier: „Ich finde solche geschmückten Hemden ansprechend und ganz flott. Für den Urlaub würde ich mir so ein Hemd schon kaufen – aber diese Mode ist doch eher für junge Leute gemacht, oder? Also so ein Hemd dürfte meiner Meinung nach nicht allover bestickt sein. Oder die gesamte Vorderseite mit einem Schriftzug ausgefüllt sein. Mir gefallen eng geschnittene Hemden, auch gerne mal in Rot oder Grün.“

Uwe Kreischer (53), Bauingenieur: „Labels wie Tom Tailor oder auch Camp David boomen nur kurzfristig und ich glaube einfach, die verschwinden dann bald wieder. Ich finde aber, die Hemden haben durchaus ein ansprechendes Design. Auf der Vorderseite der Hemden ist ein Schriftzug auf einer Seite akzeptabel. Auf der Rückseite ist partielle Deko auch in Ordnung. Es gilt trotzdem immer: Less is more.“



Jörg Most (52), Werkzeugmacher: „Ich finde das Design nicht schön. Es ist mir einfach zu bunt und zu kitschig. Ich würde mir ein solches Hemd nicht kaufen. Ähnlich gestaltete Kleidungsstücke habe ich aber schon zu Hause – ich trage gerne Sachen von Strellson oder auch von Scotch&Soda. Schriftzüge sind also nicht das Problem, eher das Design. Auf einem Hemd soll möglichst wenig drauf sein. Ich will ja nicht Werbung laufen für die Firmen. Ich mag die bequemen, etwas weiteren Hemden.“

Florian (27), Student: „Die Marke Camp David finde ich ehrlich gesagt schlecht. Für mich ist das einfach eine Prollmarke. Ich würde mir so etwas auf keinen Fall kaufen, das ist mir viel zu dick aufgetragen. Auf einem Hemd darf das Logo in klein drauf sein, aber kein Schriftzug oder etwas Ähnliches.“



Josef Vijay (18), Schüler: „Die Sachen sehen besser aus, als viele Kleidungsstücke von H&M, finde ich. Ich glaube aber, dass die Mode eher für Männer um die 50 gemacht ist. So ein Hemd würde ich mir nicht kaufen – es ist einfach zu viel Zeug drauf. Solche Muster und Schriftzüge mag ich gar nicht, schon gar nicht bei Polo-Hemden. Normale Hemden sollen meiner Meinung nach auch eher dezent sein, aber bei Karohemden – da geht auch mal ein Schriftzug. Ich mag schlichte Sachen, also keine Neonfarben oder ähnliches. Ich finde, es ist auch jahreszeitabhängig, was man trägt. Farben wie Blau, Schwarz und Weiß gehen aber immer.“

Umfrage: Laura Hau

Mehr zum Thema plakative Lifestyle-Looks in der HAKA finden Sie in der TW 15 vom 11. April 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 10. April 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.