Alle Jahre wieder… Bei Zara heißt es alle zwei Monate wieder. Da kommt eine neue Kollektion auf die Fläche. Permanent wechselnde Trends, kontinuierlich sich wandelnde Ladenbilder – damit hat Zara den Modehandel so nachhaltig und tiefgreifend verändert wie kaum ein anderer Filialist. Trotz permanenter Erneuerung legen sich die Spanier zum Beginn der Saison auf gewisse Themen fest. Diese werden dann stetig aktualisiert und modifiziert. In diesem Jahr drehte sich bei Zara alles um Nieten, Leder und Camouflage – das waren auch insgesamt die großen Erfolgsthemen dieses Herbstes. Und alles Themen, an die die Zara-Kreativen zumindest kurzfristig weiterhin glauben.

Nieten: Nach einer regelrechten Nieten-Welle, bei der es kaum ein Teil gab, das nicht mit wenigstens einer Handvoll Nieten an Ärmel, Schulter oder Kragen dekoriert war, kehrt jetzt langsam Ruhe ein. Nieten kommen jetzt nur noch auf Accessoires zum Vorschein oder ganz vereinzelt und tonig auf Lederjacken. Die rockigen, quadratischen, spitzen, metallischen Steine werden abgelöst von kleinen, feinen, goldenen Nieten. Zusammen mit Perlen, wie man es bei Balmain gesehen hat, schmücken sie punktuell edle Pullover, Blazer und Blusen. Auch die prächtigen, fast schon überdimensionierten Deko-Applikationen, die Prada gezeigt hat, sind auf einem Rock zu finden. Sweats sind mit Lurex-Fäden durchzogen. Zara ist also nicht mehr ganz so steinreich wie zuletzt.

Leder: Das Frauenbild bleibt hart. Schärfer, kantenreicher, strenger. Keine romantischen Plisseeröcke in Pudertönen mehr. Dafür schwarzes Leder en masse. Ob als starres Top, das wie eine Rüstung anmutet, oder als Applikationen an Röhren. Ob als profane Bikerjacke und Minirock oder raffiniert gesteppt als Mantelärmel. Ohnehin wird Patch gerne genutzt, um Spannung in ein Teil zu bringen. So gibt es kaum einen Mantel oder ein Shirt, das nicht Lederärmel hat. Ein Teil, das bei den Jungen die ausgefranste Jeansshorts ablösen (oder zumindest für Abwechslung sorgen) könnte, ist eine locker sitzende, softe Leder-Shorts.

In das strenge Thema spielt auch immer die Military-Idee mit rein. Parkas. Bomber. Camouflage. Wobei gerade letzteres nur noch dezent gespielt wird. Im gesamten Lookbook ist nur eine Jodhpur-Hose in dem auffälligen Print zu finden. Offensichtlich war Camouflage zu schnell zu viel zu sehen. Dafür betritt ein neues Muster das Terrain: Streifen. Auf den Schauen für Frühjahr/Sommer 2013 in New York waren dicke Blockstreifen in Schwarz/Weiß der offensichtlichste Trend, vor allem Hilfiger und Marc Jacobs gaben ganz klar eine neue Linie vor. Zara übersetzt das auf doppelreihige Blazer, Pyjamahosen und fließende Blusen mit Blockstreifen. Und bleibt auch der Farbvorgabe treu: Schwarz/Weiß.

Insgesamt ist der Look deutlich ruhiger und zurückhaltender als zuvor. Modern – ganz klar. Schwarz und Weiß werden zur Basis des Geschehens. Der Mix von Schwarz und Weiß bebildert hochgradig dekorativ und zugleich unmissverständlich die Abkehr vom überbordenden Farb-Hype. Und das zieht sich auch bis zum Frühjahr durch. Die TextilWirtschaft durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen (Siehe TW 48) und erhaschte einen Blick auf die Schaufensterfiguren für nächste Saison: strahlendes Weiß mit einem Hauch Neongelb.