Punk. Die Herkunft ist nicht zu leugen. Zerrissene Jeans sind der Inbegriff der Punkkultur, von wahren Anarchie-Anhängern in den 70ern meist durch Sicherheitsnadeln zusammengehalten. Hier und da wird der Destroyed-Look bis heute intensiv gelebt, nicht zuletzt von Punk-Bands wie „Die Toten Hosen“, die im löchrigen Beinkleid jedem modischen Trend der vergangenen Jahrzehnte getrotzt haben. Jetzt ist es wieder da, das punkige It-Piece. Ob großflächig oder partiell zerstört, markieren sie den nachlässigeren, unangepassten Gegenpart zu den allzu geschliffenen Hosen-Styles mit Drucken, Beschichtungen oder Schmuckstein-Applikationen. Zu finden sind sie vorrangig in modisch sehr spitzen Sortimenten, während die Röhre – verkürzt und farbig – einmal mehr zu den Topsellern im Hosensegment gehört.

7 for all mankind
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Die zerrissene Jeans bringt, oft in gemäßigtem Boyfried-Cut und hochgekrempelt, Bewegung ins Silhouettenspiel. In der laufenden Frühjahrssaison hat sie bereits den Weg auf etliche Verkaufsflächen gefunden. Vertikale Anbieter, allen voran Urban Outfitters, H&M und Zara, räumen ihr als die coolste Variante, Mode über das Unterteil zu spielen, viel Raum in den Stores ein. Auch Premium-Denim-Anbieter wie 7 for all mankind, Current Elliot und JBrand spielen den Destroyed-Look in ihren Kollektionen. Dabei ist wichtig: Zuviel Haut geht gar nicht, zumindest wenn der Look auch im Alltag funktionieren soll. Das ist die Krux, die die Entscheidung für oder gegen den Aufsteiger zur Zerreißprobe werden lässt. Gefragt ist Punk-Attitüde mit Stil. Wie bei den Modellen des französischen Labels Iro, die in erster Linie in Nichtfarben wie Schwarz oder gebrochenem Weiß daherkommen.

Generell aber sind Statements auch bei Farbe erlaubt – wenn auch etwas leiser: Pastelle funktionieren im Destroyed-Look, Knallfarben bringen zu große Unruhe ins Bild. Obenherum darf es nicht zu gefittet sein. Voluminösere, cleane Oberteile sind gute Kombinationspartner – ob Sweat, Shirt oder Strickpullover. Variationsreichtum kommt über den Schuh. Hier ist vieles erlaubt, von Sneaker bis Pumps. Vorausgesetzt, die Schuhe sind nicht zu lieblich. Schließlich geht es darum – trotz der gemilderten Umsetzung – endlich einmal unangepasst aufzutreten. Ein wenig Provokation muss schon sein, alleine um der Herkunft Tribut zu zollen.