Stella McCartney steht für coole Konfektion, progressive Sportswear und Nachhaltigkeit. Aber nicht nur das. Sie ist auch in der Nachwuchsförderung aktiv. Gerade wurde sie zudem vom British Fashion Council mit einem Sonderpreis für Innovation ausgezeichnet. Im TW-Interview spricht sie über Design-Talente, neuen Konsum und die Relevanz von Instagram.

TextilWirtschaft:
Sie waren zwei Mal Schirmherrin des Nachwuchsdesign-Wettbewerbs „Designer for Tomorrow“ von P&C Düsseldorf. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Stella McCartney: Mir gefällt der Wettbewerb. Ich habe den Eindruck, dass P&C ein echtes Interesse daran hat, junges Design zu fördern und weiterzuentwickeln. Und ich befinde mich als Designerin gerade an einem Punkt in meiner Karriere, an dem ich den Austausch mit der nächsten Generation sehr interessant finde und selbst eine gute Hilfe und Unterstützung sein kann.

Sie waren als Chefjurorin nicht ganz unbeteiligt an der Auswahl der Siegerin. Wie entdecken Sie, dass jemand Potenzial hat, ein Design-Talent ist?

Das ist schwer. Ich achte auf verschiedene Aspekte. An erster Stelle steht natürlich die pure Kreativität und die Fähigkeit, anders zu denken, über den Tellerrand zu schauen. Es geht darum, etwas in diese Fashion-Arena, in der ja eine unglaubliche Überfülle herrscht, mitzubringen, das es noch nicht gibt. Es geht um eine eigene Stimme, eine neue Sichtweise, die frisch und modern ist. Dann versuche ich mir bei der Bewertung einer Kollektion immer vorzustellen, diese Kreationen, diese Stoffe in meinem Alltag als Frau zu tragen.

Wenn Sie auf die aktuell sehr gehypte junge Designer-Generation um Demna Gvasalia und Virgil Abloh blicken, stellen Sie da Unterschiede zwischen dieser Generation und Ihrer Herangehensweise fest?

Ehrlich gesagt nicht so sehr. Natürlich hat sich die Industrie in den letzten 20 Jahren massiv verändert. Aber die kreative Arbeit als Modedesigner hat sich nicht so sehr verändert. Junge Designer machen doch heute letztlich nichts anderes als wir damals. Sie sind auf der Suche nach einer Identität, nach ihrer eigenen Stimme. Und der damit verbundenen Stärke, dem Selbstvertrauen, sich für nichts zu entschuldigen. Als ich als Designerin begonnen habe, war es sehr neu, dass Frauen für Frauen designen. Ich habe keine Kompromisse gemacht. Ich wusste, wer ich bin und was sich richtig angefühlt hat. Im Grunde genommen habe ich für mich und meine Freunde Sachen entworfen. Und diese Herangehensweise sehe ich bei der jüngeren Generation noch sehr viel stärker ausgeprägt.

Sie sprachen gerade die Veränderungen im Modebusiness an. Deren Dynamik hat nicht zuletzt durch die Digitalisierung spürbar zugenommen. Was früher Vogue war, ist heute Instagram – die Bibel für Fashionistas. Inwiefern beeinflusst das Ihre Arbeit als Designerin?

Natürlich spüre ich, dass die Art, wie Menschen konsumieren, ihre Produkte beziehen und was für Erlebnisse sie haben möchten, sich verändert. Der Konsument hat heute mehr Informationen und eine größere Auswahl. Die Anbieter haben wiederum einen direkteren Draht zum Konsumenten. Das ist faszinierend. Digitalisierung ist das Hier und Jetzt, und die Zukunft. Instagram ist etwa für mich als Bilder-Basis ein ganz selbstverständlicher Teil meiner Arbeit. Ich schaue mir all diese kreativen Ausläufer an. Als Designer kreiere ich ja letztlich auch nur Bilder.



Das ausführliche Interview mit Stella McCartney lesen Sie in der TextilWirtschaft Ausgabe 49, Mittwoch, 6. Dezember, auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS und ab Donnerstga, 7. Dezember, in der gedruckten Ausgabe.
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