Der Ort an dem die Kaufentscheidung getroffen wird – nicht mehr und nicht weniger ist die Umkleidekabine. Lange sträflich vernachlässigt, fristete die Umkleide bei schlechtem Licht und ungnädigen Spiegeln, trotz ihrer Wichtigkeit, ein oft trauriges Dasein irgendwo in der hintersten Store-Ecke. Diese Zeiten sind glücklicherweise fast überall vorbei. Stattdessen spricht man mittlerweile von Human Centric Lighting und Wohlfühlamosphäre am Ort wo sich Kleider und Kunden zum ersten Mal ganz nah kommen. Dabei setzen die Händler in der aktuellen Eröffnungsrunde auf ganz unterschiedliche Trends in der Gestaltung.

Sag's mit Worten

Ob als Statement, mit dem man seine Kunden in eine positive Kaufstimmung versetzt wie bei Engelhorn Sport mit dem Zitat „Do more of what makes you happy“  oder als witzige Einlage mit „Mind the Gap“ als Schriftzug an der Schwelle zur Umkleide bei Lott in Lippstadt – Text ist ein probates Mittel, um seine Kunden anzusprechen. Gleichzeitig dient er als trendige Wanddekoration. Auch in der Umkleide selbst übernimmt Schrift eine praktische Rolle, wenn die Haken wie bei Alysi in Rom mit Si/No/? überschrieben sind und so dem Wirrwarr auf einem Quadratmeter ein bisschen Struktur geben.

Kunst im Quadrat

Wenig Raum aber viel Wandfläche – Umkleiden sind eigentlich wie gemacht um Kunden mit hübscher Kunst und schönen Grafiken zu erfreuen. Im neuen Düsseldorfer Laden Au Bonheur des Dames wurden die Wände von einem ortsansässigen Künstler mit romantischen Motiven handbemalt. Während des Anprobierens wird man kaum fertig, die außergewöhnlichen Gemälde zu betrachten. Bei Lott in Lippstadt setzt man auf poppige Wanddekoration, um den Kunden das Einkaufserlebnis zu versüßen.

Fast wie zuhause

Wohnlichkeit ist in der Ladengestaltung nicht unbedingt der neueste Trend. Dennoch bietet er sich gerade in der Umkleide an. Hier verweilen die Kunden länger, sie und ihre Begleiter möchten sich hinsetzen oder benötigen Ablageflächen für Ware und Handtaschen. So bieten sich ungewöhnliche Sitzelemente, wie bei Sonia Rykiel in Madrid, genauso an, wie Teppiche, Wandbilder, stylische Beistelltische und softe Materialien wie Samt und Filz, die eine wohnliche, gemütliche Atmosphäre schaffen. Marcell von Berlin bringt in der Umkleide sogar einen kleinen Kiosk im Berliner Späti-Design unter, bei dem sich die Kundin an Süßigkeiten bedienen kann. Bei Anthropologie dagegen sieht der Umkleide-Gang eher aus wie die Front einer Reihenhaus-Siedlung, Namensschilder inklusive.



Store Design

Store to watch: Lott in Lippstadt

Der zur Leffers-Gruppe gehörende Store Lott in Lippstadt wurde aufwendig umgebaut.
Das Paradies der Damen in Düsseldorf

Ela Reck eröffnet Au Bonheur des Dames

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Frühjahr 2018

Store des Tages: Marcell von Berlin in Berlin

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Frühjahr 2018

Store des Tages: Engelhorn Sports in Mannheim

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