Paris setzt Maßstäbe. Nicht nur auf den Laufstegen während der Fashion Week, sondern auch in den Stores an der Seine. Drei Inszenierungs-Trends von drei Top-Stores aus Paris.

Le Bon Marché im Zeichen der Logos

Alle Schaufenster rund um das große, edle Kaufhaus – voller Logos, Logos, Logos. Im Eingang von der Decke bis zum Boden: Postkarten zum Mitnehmen. Mit Bildern von gebrandeten Produkten: dem Mother-Helm, Burlington-Socken, Fred Perry-Shirts. Das ganze Haus steht im Zeichen von Brands. Bekleidung, Accessoires, Kosmetik, Design. Das Thema wird nicht nur konsequent auf der riesigen Pop up-Fläche im Erdgeschoss durchdekliniert – vom Eres-Board über den Miu Miu-Pulli bis zum LBM-Kosmetiktäschchen in Regenbogenfarben (LBM ist wohlgemerkt die Hausmarke).



Die Logo-Thematik begegnet den Besuchern auch immer wieder in anderen Abteilungen. Bis hin zum temporären, zauberhaft und sehr französisch inszenierten Off-White-Café nahe der Womenswear: Rund um einen kleinen Marktplatz , sogar mit Birken-Bestand, versammeln sich nicht nur Kaffeehaus-Tische und -Stühle, sondern auch die Klamotten von Off-White und eine Menge von Souvenirs für alle Fans der Brand. Hier wird ein Feuer nach allen Regeln der Kunst aufgegriffen und am Lodern gehalten.

Galeries Lafayette lebt Looks

Direkt hinter der Taschenkontrolle stehen dem Besucher 14 Figuren im Kreis gegenüber – alle Trends der DOB zum Frühjahr auf einen Blick. Gelbes Spitzenkleid und roter Lackmantel, Brokatrock zum Logo-Shirt. Looks einschließlich Schuhe und Taschen werden einfach, doch deutlich vor pinkfarbenen Neonröhren inszeniert. Kuratierte Outfits im Marken-Mix. Keine Frau geht achtlos daran vorüber. Jede schaut sich das eine oder andere Modell genauer an – und auch die dazugehörenden Infos über Labels und Preise.



Diese Idee zieht sich durch sämtliche Fashion-Abteilungen. Manchmal sind es zehn Figuren, die in einer strammen Reihe hintereinander stehen. Manchmal sind es nur zwei. Oft ist es eine kleine Gruppe, locker und versetzt auf niedrigen Podesten, die zum Innehalten auffordert. Das alles ist an sich ja gar nichts Besonderes, doch in dieser Vielzahl und Vielfalt, schlicht, in dieser Konsequenz bemerkenswert. Vor allem kann so das altbewährte Instrument starke Wirkung entfalten. Es braucht bloß Raum.

Merci ganz in Rosa

Babyrosa, Pink, Flamingo, Puder, Rosenholz. Alle Töne der Rosé- und Rosa-Palette hat das Team des Pariser Concept Stores Merci zusammengetragen – vom semitransparenten Schlüpfer über Kosmetiktäschchen bis zum Grobstrickpulli. Damit es auch jeder begreift, steht das Motto „Merci en Rose“ auch noch in großen Lettern an einer roséfarben getünchten Wand. Außerdem trägt das Personal passend eingefärbte Schürzen, so dass sich die Idee lebendig durchs Haus und seine drei Etagen bewegt.



Zentrum der Aktion ist ein transparentes Kuppelzelt im Herzen des Stores, zwischen Eingang und Kasse gelegen. Man kommt hinein durch eine Art Schleuse mit zwei Türen. In diesem kleinen Gang dürfen sich jeweils nur zwei Personen aufhalten – das macht das Ganze auch noch ein wenig aufregend. Das Fashion-Sortiment darin ist entsprechend rund angeordnet . Kleine Podeste und Tische tragen arrondierende Produkte: Duftkerzen, Schläppchen, Uhren.

Doch nicht nur hier steht Rosé im Zentrum. Auch in anderen Zusammenhängen wird der Besucher immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Mal steht schlicht über einer Vitrine voller Sonnenbrillen: Think Pink. Mal ist die Tisch- und Bettwäsche-Wand in ihrer ganze Breite ausschließlich mit Pink-Nuancen ausgestattet. Und das gewaltige Stoffblüten-Angebot fügt sich sowieso stimmig in diese Farbwelt.
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