Quelle: Ausverkauf mit Hindernissen
Das Ende von
Quelle artet zu einem unwürdigen Theater aus. Im Quelle-Warenhaus in Nürnberg sowie in den bundesweit vertretenen Quelle Technik-Centern sind die Mitarbeiter genervt von Schnäppchenjägern mit rüden Umgangsformen, heißt es in der Quelle-Hauptverwaltung. Dort gingen außerdem Anfragen von TV-Privatsendern ein, die Quelle-Mitarbeiter für rührselige Reportagen in der Weihnachtszeit suchen.
Derweil hat der von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg angekündigte große Ausverkauf der rund 18 Millionen Artikel aus den Quelle-Lägern im Internet noch nicht begonnen. Bei Möbeln gibt es zwar eine Verkaufsaktion, bei der Ware für 55 Euro angeboten wird, die vorher 3200 Euro gekostet hat. Allerdings ist das Angebot auf zehn Teile limitiert und wird unter den Interessenten verlost.
Am Wochenende will der Insolvenzverwalter entscheiden, ob die Verkaufsaktion im Internet noch mit Print-Werbemitteln unterstützt wird. Bei Mode konnte keine ähnlich Aktion beobachtet werden. Allerdings ist der Online-Shop www.quelle.de so stark besucht, dass er immer wieder zusammenbricht. Görg muss jede Verkaufsaktion mit den Lieferanten absprechen, da fast die gesamte Ware unter Eigentumsvorbehalt geliefert wurde.
Unterdessen schürt ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" neue Hoffnung zumindest für einen Teil von Quelle. Zwei Investorengruppen sollen demnach dem Insolvenzverwalter Konzepte für eine Weiterführung des Versandhandels in abgespeckter Form vorgelegt haben. Demnach wollen sie Quelle mit den Sortimenten Möbel, Küchen, Haus- und Heimtextilien sowie Küchengeräte weiterführen. Dem Vernehmen nach sehe das Konzept der Investoren vor, allein im Raum Nürnberg/Fürth 400 Quelle-Beschäftigte zu übernehmen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters wollte sich allerdings nicht dazu äußern. Es gebe viele Angebote für alle möglichen Firmen der Primondo-Grupe, die jetzt einzeln geprüft würden.
Metro in Düsseldorf hat jetzt ebenso wie zuvor Otto angeboten, dass 50 Azubis von Quelle/Primondo ihre Ausbildung bei der Großhandelssparte Metro Cash & Carry beenden können. Nachdem auch aus der Politik Kritik am Vorgehen von Görg laut geworden ist, will dieser Medienberichten zufolge seine bevorrechtigten Honorarforderungen hinten anstellen und zuvor aus der Insolvenzmasse alle anderen Gläubigerforderungen bedienen.
Ungeklärt ist auch noch, wie groß die verbleibende Mannschaft bei Quelle sein wird, die für die Abwicklung der vielfältigen Unternehmen und Prozesse der Primondo-Gruppe benötigt wird. Allein die Abrechnung mit den bundesweit etwa 1500 Quelle-Shops sei eine gewaltige Aufgabe, sagte ein Quelle-Sprecher. Quelle habe alle Agenturen mit Rechnern ausgestattet. Es sei bei jedem einzelnen selbstständigen Shop-Betreiber eine Abschluss-Bilanz und ein Abgleich der Salden mit Quelle erforderlich. Außerdem werde es noch Jahre lang notwendig sein, den Zahlungseingang der Ratenzahler zu überwachen.
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