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TextilWirtschaft Nr. 30S vom 25.07.1995 Seite 240

Industrie

Triumph International Deutschland: 1995 mit leichten Zuwächsen gegenüber 1994

Die Dachmarke hat Priorität


up München - Die Triumph International Gruppe Deutschland rüstet sich für die Veränderungen im Markt. Vertrieb und die gesamte Organisation werden neu ausgerichtet.

Alle Produktgruppen treten künftig einheitlich unter der Dachmarke Triumph auf. Der Schwerpunkt des Angebots wird auf modisch-elegante und jüngere Produkte gelegt. Der angestammte funktionelle Bereich soll dabei nicht vernachlässigt werden. An der Preislagen-Besetzung ändert sich nichts. Mit der Betonung der Dachmarke wird zur Steigerung der Transparenz im Handel die Anzahl der Submarken verringert.

In Fortsetzung der vielbeachteten Image- Kampagne mit den Starmodels Naomi Campbell und Helena Christensen wird der Werbeetat (TV und Print) verdoppelt. Durch Fokussierung auf differenzierte Marktfelder will man die Marktausschöpfung erhöhen. Der ab Mitte 1996 auch an der Ladentheke sichtbar werdende neue Marktauftritt geht einher mit einer Optimierung der Organisation durch Schaffung von fünf strategischen Geschäftseinheiten. Diese zeichnen jeweils von der Produktgestaltung bis zu den Marketing-Maßnahmen für ein Markt-Segment verantwortlich.

Profitcenter durch funktionale Organisation abgelöst

Die bisherige Profitcenter- Organisation wurde zum 1. Juli 1995 in eine funktionale Organisation übergeleitet. Die neue Struktur erläuterte der seit 1. Januar 1995 neu formierte Vorstand der Triumph International AG Günther Dix (Gesamtvertrieb), Gerhard Geuder (Verwaltung/Finanzen) und Alfred Mertens (Produktgestaltung und Marketing) in einem Gespräch mit der TextilWirtschaft.

Aus der vertikalen Organisation wurde eine horizontale. Der Vertrieb der vier Haupt- Produktgruppen Miederwaren/Dessous, Tricotagen, Nachtwäsche Damen und Herren sowie Freizeit (Bade-und Strandmoden) steht ab 1. Juli 1995 unter einer zentralen und regionalen Verkaufsleitung. Hier wurden auch Verkaufsförderung und Schulung der Verkaufsmitarbeiter für alle Produktbereiche integriert. Lediglich das Außendienst-Team ist noch nach Miederwaren und Tricotagen beziehungsweise Nachtwäsche und Freizeit gegliedert.

Mit verstärktem Key- Account-Management reagiert Triumph auf die Konzentrationen und die Filialisierung im Handel. Man will die Betreuung des Einzelhandels optimieren und noch wirtschaftlicher gestalten. Dabei stützt sich das Unternehmen auf vier getrennte Säulen, sogenannte Key Channels. Die jeweiligen Key Accoount Manager sind die verantwortlichen Ansprechpartner für den Handel für alle vier Produktgruppen. Die Organisation des Geamtvertriebs unter Leitung von Günther Dix wurde wie folgt gegliedert:

Konzerne, Versender, Großhandel,

Verbände, Filialisten

Textiler Fachhandel, untergliedert in Fläche Nord und Fläche Süd

Als fünfter Bereich wurden Verkaufsförderung und Schulungen integiert.

Endverbraucher im Mittelpunkt aller Überlegungen

In den Mittelpunkt aller Überlegungen stellt Triumph den Endverbraucher, der im vergangenen Jahr erhöhte Preissensibilität ("modisch aktuelle Ware in guten Qualitäten zu niedrigen Preisen") gezeigt hat.

Die deutlich höheren Investitionen in die Marke bedeuten nach Aussagen des Vorstands vor allem im Geschäftsjahr 1996 eine Ergebnisbelastung. Die Ernte will man zeitversetzt dann in den Folgejahren einfahren, wenn die Ansätze voll greifen.

Wie Gerhard Geuder auf der Hauptversammlung des Unternehmens berichtete, lag der Umsatz bis Mitte Juli 1995 leicht unter Plan und unter den Zahlen des Vorjahres bei über den Vorjahreswerten liegenden Werten des Auftragseingangs und -bestands. Insgesamt wird für 1995 mit einem leichte Zuwachs gegenüber 1994 gerechnet.

Die Umsatzerlöse der Triumph International Deutschland bewegten sich im vergangenen Jahr mit 513 Mill. DM um 2,4% unter denen des Vorjahres. Auf Damenunterbekleidung entfielen rund 393,5 Mill. DM. Nach 22% Umsatzrückgang bei Bademoden in 1994 lag der Zuwachs hier zur Jahresmitte 1995 bei über 30%.

Verbessertes betriebliches Ergebnis durch Rationalisierungserfolge

Erfolge bei der Rationalisierung führten zu einem auf 14,1 (1,2) Mill. DM verbesserten betrieblichen Ergebnis. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich auf 18,8 (7,5) Mill. DM. Für Restrukturierungs-Maßnahmen für die beabsichtigte, noch im Verhandlungsstadium mit Betriebsrat und Wirtschaftsausschuß befindliche Verlagerung des Werkes Regensburg im Jahr 1996 nach Heubach wurden 9,8 Mill. DM Rückstellungen getroffen. Von den 230 betroffenen Mitarbeitern sollen 125 ein Übernahmeangebot an den Standort Heubach erhalten.

Die Triumph International AG führt 1994 rund 6,7 (5,2) Mill. DM an die Obergesellschaft Triumph International Holding GmbH ab. Die Triumph Gruppe Deutschland hat seit 1990 rund 120 Mill. DM investiert. Die Umsätze der gesamten Gruppe stiegen 1994 um 4,5% auf 2,036 Mrd. sfr.

>> BILDUNTERSCHRIFT<<

Viel investiert hat Triumph in die vielbeachtete Image-Kampagne mit Top-Model Naomi Campbell.

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Autor

  • up.

Unternehmen/Institution

  • Triumph International AG München

Personen

  • Dix, Günther
  • Geuder, Gerhard
  • Mertens, Alfred

Marke

  • Triumph

Schlagworte

  • Markenartikel-allgemein
  • Markenartikel-nach Produktname
  • Vertrieb-Key-Account-Management
  • Werbung-Imagekampagne
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