Retouren sind noch immer die Achillesferse der Onlinehändler. Asos kündigt jetzt Sanktionen für Kunden an, die besonders viele Artikel zurückschicken.
Asos hat damit zu kämpfen, dass viele Kunden Artikel bestellen, sie ein Mal tragen und dann zurücksenden. Das will das Unternehmen ab sofort unterbinden, schließlich sind Retouren nicht nur teuer, sondern die zurückgesandte Kleidung ist auch zum Teil beschädigt. In Großbritannien droht Asos Kunden deswegen damit, ihre Konten zu sperren, wenn sie besonders viel und besonders häufig retournieren. Das hat der Online-Modehändler Kunden per E-Mail mitgeteilt. Entsprechende Warnhinweise hat das Unternehmen auch auf seiner Website veröffentlicht.

Britischen Medienberichten zufolge soll allerdings nur "ein kleiner Teil" der Kunden von eventuellen Kontosperrungen betroffen sein.

Auch in Deutschland hat Asos nun eine Änderung der Retourenbedingungen bekanntgegeben. Zum einen wurde die Retourenfrist verlängert: Von 28 auf 45 Tage. Bei einer Rücksendung innerhalb von 28 Tagen wird dem Kunden der Betrag erstattet. Danach erhält er einen Geschenkgutschein in Höhe des Warenwerts. Und auch in Deutschland heißt es von Asos: "Wir müssen sicherstellen, dass die kostenlosen Rücksendungen sowohl für uns als auch für die Umwelt nachhaltig sind. Daher werden wir, wenn wir bei Retouren ein ungewöhnliches Muster feststellen, nachforschen und ggf. Maßnahmen ergreifen".

E-Commerce-Händler haben verschiedene Methoden entwickelt, wie sie den massenhaften Retouren entgegenwirken wollen. Unternehmen wie Zalando präsentieren Produkte beispielsweise einheitlich und nutzen maschinelles Lernen, um verbesserte Größenhinweise darzustellen. Viele Händler weisen den Kunden zum Beispiel auch darauf hin, dass sie ein T-Shirt oder eine Hose eine Nummer kleiner oder größer bestellen sollten. Ein dezenter Hinweis, um Mehrfach-Bestellungen eines Produkts in verschiedenen Größen zu reduzieren.

Andere Unternehmen setzen auf spezielle technologische Lösungen, zum Beispiel Foot Locker. Der Sneaker-Filialist arbeitet mit dem Berliner Start-up Fit Analytics zusammen. Wer beispielsweise die Passform eines Hemdes überprüfen will, gibt sieben Parameter ein, darunter Alter, Gewicht und Konfektionsgröße. Wenige Sekunden später erfährt man, wie viel Prozent der Kunden mit den identischen Angaben den Artikel in der Vergangenheit retourniert haben. Bei Foot Locker wurde die Lösung in drei Online-Shops implementiert. Laut Fit Analytics mit Erfolg: Innerhalb eines Testzeitraums von sechs Monaten seien die Retouren bei Foot Locker EU um 13,55%, bei Sidestep um 6,61% und bei Runners Point um 7,39% gesunken.
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