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Der Flächen-Check

Der Flächen-Check

Der Flächen-Check

Spitzer, klarer, besonderer. Bei den Sortimenten von Karstadt und Kaufhof ist noch viel Luft nach oben. Wo gibt es Unterschiede zwischen den Kaufhausketten und welche Stärken und Schwächen haben die beiden ehemaligen Konkurrenten? Ein Sortiments-Überblick.

Damenmode

Das DOB-Angebot von Karstadt und Galeria Kaufhof stimmt in großen Teilen überein. Klar ausgerichtet auf die Mainstream-Kundin, gut aufgestellt in der Mitte des Marktes (Betty Barclay, Gerry Weber Collection, Taifun, Edc). Die Eigenlabels sind basiclastig ausgerichtet.

Die strikt nach Labels strukturierte Präsentation auf der Fläche wird ergänzt durch aktuelle Mode-Highlights, die aufpoppen, aber kein stimmiges Gesamtbild ergeben. Klar ist: Beiden Sortimenten fehlt es an Spitzen. Labels wie Drykorn, Scotch & Soda oder Opus würden das Profil schärfen.Ein weiteres Defizit bei beiden Unternehmen: Der Premium- und Contemporary-Bereich findet kaum statt. Namen wie Marc Cain, Riani oder Max Mara fehlen vielerorts ebenso wie hochwertige Stricker und it-Denims. Hier findet sich nur due kommerzielle Super Skinny- und Stretch-Jeans, von angesagten Shapes wie Mom-Jeans feht jedoch jede Spur.

Herrenmode

Bei den Männern ein ähnliches Bild: Der Fokus von Karstadt und Kaufhof liegt in der Menswear eindeutig auf mittelmodischem Mainstream (Roy Robson , Atelier Gardeur, Wellensteyn, Seidensticker). Hier ist Kompetenz vertreten. Topmarken, nicht nur im Premium-Segment, sucht man allerdings vergebens. Image, Umfeld, Service-Kultur, Preispolitik – noch zögern Marken wie Hugo Boss oder Polo Ralph Laurent, Kooperationen mit den Warenhausketten einzugehen.Eine weitere Herausforderung dürfte darin bestehen, für trendige, aber preissensible Zara-, H&M- und Asos-Kunden relevant zu werden. Das gelingt mit etablierten Labels wie Esprit, S.Oliver und Tom Tailor, die einen beträchtlichen Anteil beider Sortimente ausmachen, allerdings nur noch bedingt. Vielversprechender scheinen Linien wie Jack&Jones oder Topshop/Topman. Hier dürfte man weiter expandieren wollen.

Sport

Die Konzernausrichtungen in im Sportsegment sind bei Kaufhof unf Karstadt grundverschieden. Kaufhof-Eigentümer HBC sein eigenes Sporthandelskonzept Sportarena zu Gunsten des bislang enttäuschenden Offprice-Formats Saks off 5th geopfert. Signa hingegen will mit der Signa Sports Group, zu der neben dem stationären Konzept Karstadt Sports auch spezialisierte Online-Shops wie Tennispoint oder Internetstores gehören, zum führenden Multichannel-Anbieter Europas im Sportsegment avancieren.

Das Sport-Sortiment in den einzelnen Häusern unterscheidet sich allerdings kaum, sowohl in Hinblick auf das Markenportfolio als auch mit Blick auf die abgedeckten Sportarten. Fitness/Training, Running, Fußball, Outdoor, Tennis und nicht zuletzt ein breites Angebot an Swimwear prägen das Angebot, indem die dominierenden Marken (Nike, Adidas, Puma, Under Armour, Reebok) allesamt vertreten.

Schuhe und Taschen

In puncto Taschen ist das Vorgehen von Kaufhof mutiger, in großen Häusern wurden neben dem Mainstream-Angebot auch vermehrt hochpreisige Marken (Furla, Longchamp, Karl Lagerfeld , Aigner) aufgenommen. Allgemein ist die Vielfalt hier überzeugender als bei Karstadt, wo vor allem kommerzielle, casual ausgerichtete Kollektionen (Gabor, Tom Tailor, Mustang, Ecco) angeboten werden.Wie gewohnt fallen die Herrenabteilungen in beiden Konzepten deutlich kleiner aus als bei den Damen. Bei knapp der Hälfte der Marken (Lloyd, Joop!, Bugatti, Daniel Hechter) gibt es Überschneidungen. Reisegepäck spielt nach wie vor eine große Rolle. Nicht zuletzt mit Blick auf die stetig wachsende Zahl internationaler Touristen in den großen Städten.

Wäsche

Viele Wäscheanbieter sind sich einig, ein gemeinsames Warenhauskonzept habe Potenzial. Allerdings nur, wenn ein spannendes Einkaufserlebnis geboten werde. „Der Wettbewerb für Karstadt und Kaufhof nimmt zu. Hatten viele Modehäuser früher ihre Wäscheabteilungen zugunsten von DOB und Accessoires eingestampft, so erkennen sie heute, dass sich mit dem Segment Geld verdienen lässt“, sagt Silke Linsenmaier vom Textil Management Kontor. Die Sortimente bei Karstadt und Kaufhof hält sie für austauschbar, die Flächen für überfüllt.Die großen Häuser beider Ketten führen im Wäsche-Segment alles, was Rang und Namen hat (Triumph, Mey, Calvin Klein, Hanro, Hugo Boss). Zudem gibt es dieEigenmarken Desiree (Karstadt) und Manguun (Kaufhof). Linsenmaier sieht die größte Herausforderung in der Personalknappheit. „Wäsche ist ein sehr beratungsintensives, sensibles Segment. Da kann man nicht einfach Aushilfen auf die Fläche stellen.“

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