Die TW Studie Working in Fashion ermittelt jedes Jahr das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber in der Fashion-Branche. Absoluter Aufsteiger dieses Jahres: Betty Barclay. Das Unternehmen schaffte den Sprung auf Platz 2. Wir haben mit Manfred Plaar gesprochen. Er ist CFO der Betty Barclay Group und führt neben den kaufmännischen Bereichen auch die Themen Logistik, IT und Personal.


TextilWirtschaft: Herzlichen Glückwunsch, die Betty Barclay Group hat es in unserer Working-in-Fashion-Studie auf Platz 2 geschafft. Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter zu so guten Bewertungen motiviert?
Manfred Plaar: Wir waren auch sehr, sehr überrascht. Wir motivieren natürlich unsere Mitarbeiter, dass sie mitmachen bei Ihrer Befragung. Aber mit diesem guten Ergebnis hätten wir nicht gerechnet. Vor allem, wenn man sieht, welche Firmen jetzt hinter uns liegen. Wir haben uns aber auch in den letzten Jahren schon sehr über die Platzierung unter den Top Ten gefreut.


2015 waren Sie noch auf Platz 30. Seitdem sind Sie Jahr für Jahr weiter aufgestiegen. Welche Veränderungen haben Ihrer Meinung nach dazu geführt?
Wir arbeiten seit Jahren kontinuierlich an einer Verbesserung der Unternehmenskultur und versuchen, alle Mitarbeiter in unser Familienunternehmen einzubinden.


Wie gelingt Ihnen das konkret?
Durch flache Hierarchien und vor allem durch eine große Entscheidungstransparenz. Dieser konsequent transparente Umgang, den wir seit einigen Jahren pflegen, hat die Atmosphäre im Unternehmen spürbar verändert.


Können Sie ein Beispiel nennen?
Unsere Betriebsversammlung ist ein gutes Beispiel dafür. Bereits seit 2013 haben wir begonnen, sie in eine noch offenere Veranstaltung umzuwandeln, bei der die Unternehmensführung nicht nur über Allgemeines redet, sondern konkret die Zahlen offen legt und erklärt, wo wir stehen. Auch Probleme werden ganz offen, ganz direkt angesprochen.


Was stand da auf der Tagesordnung bei Ihrer letzten Betriebsversammlung?
Das war im November, und da wurde über das Thema mobiles Arbeiten diskutiert. Das beschäftigt derzeit viele Mitarbeiter und da versuchen wir zu reagieren, indem wir ein Projekt gestartet haben und diese Möglichkeit schrittweise immer mehr Mitarbeitern anbieten und das testen. Das ist für so ein konservatives, konventionelles Unternehmen wie unseres schon ein großer Schritt.


… der möglicherweise auch dazu beigetragen hat, dass die Betty Barclay Group in der Kategorie „Work-Life-Balance“ vor Adidas und Hugo Boss, die sich ja in diesem Bereich auch sehr engagieren, die Nummer Eins ist.
Ja, das ist für uns eine extrem wichtige Kategorie. Hier investieren wir viel. Wir haben beispielsweise seit vielen Jahren die gleitende Arbeitszeit im Unternehmen. Außerdem achten wir auf gesundes Essen im Betriebsrestaurant und schaffen durch einen zusätzlich gestalteten Außenbereich eine kommunikative und angenehme Atmosphäre. Wir bezuschussen den Besuch im Fitness-Studio und sind beim Gesundheitsmanagement sehr aktiv, hier arbeiten wir eng mit dem Betriebsrat zusammen. Generell möchte ich betonen, dass wir ein sehr gutes Verhältnis pflegen und die gute Platzierung wahrscheinlich ohne die aktive und gute Kooperation mit der Mitarbeitervertretung nicht erreicht worden wäre.

Das ausführliche Interview mit Betty Barclay-CFO und Personalchef Manfred Paar lesen Sie ab Mittwoch, 15. Mai, 18 Uhr im E-Paper der TextilWirtschaft und am Donnerstag, 16. Mai in der gedruckten Ausgabe.

Working in Fashion 2019 - zur Studie
Es ist ein neuer Rekord. Über 4000 Studenten, Auszubildende, Young Professionals und Professionals (ab 35 Jahre) aus der Textil- und Modebranche haben sich an der Online-Befragung zur diesjährigen TW-Studie „Working in Fashion 2019” beteiligt und Fragen zu ihren Karrierewünschen und Erwartungen an Arbeitgeber beantwortet. 40 Unternehmen wurden in zehn Kategorien bewertet, unter anderem zu Gehalt und Betriebsklima, Sicherheit der Arbeitsplätze und Karrieremöglichkeiten. Aus dem gewichteten Durchschnitt ergibt sich das Gesamt-Image der Unternehmen als Arbeitgeber.

Erstmals wurden auch alle Ergebnisse für HR-Profis tiefer analysiert. Der rund 500 Seiten starke Expertenband enthält die Komplettstudie mit vielen zusätzlichen Ergebnissen und wertet zudem nach den wichtigsten Zielgruppen wie Geschlecht, Altersgruppe, Betriebszugehörigkeit, Handel und Industrie sowie Unternehmensgröße aus. Der Expertenband kann für 498 Euro per Email mit dem Kennwort „WIF 2019“ bei redaktiontw@textilwirtschaft.de bestellt werden.
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