Mehr Licht. Die riesige Halle der ehemaligen Tagesspiegel-Druckerei wirkt großzügiger, luftiger und lichter. Das ist der erste Eindruck im neu gestalteten Concept-Store von Andreas Murkudis. Das Parkett wurde geschliffen, die dunkle Eiche ist jetzt natürlich gebleicht. Spiegel wurden umgehängt, lange Hängelampen von Bocci angebracht. Das Designduo Gonzalez Haase hat die Lichtanlage und das Hängesystem neu gestaltet. „Nach sieben Jahren war es Zeit für einen Relaunch. Das Geschäft leer zu sehen, ist immer noch ein großes Privileg für mich. Um diese Wirkung beizubehalten, haben wir einiges überarbeiten lassen“, sagt er.

Der Berg, wie er den weißen Kastenbau in der Ladenmitte nennt, auf dem er ausgewählte Designobjekte, Geschirr, Schuhe, Accessoires präsentiert, steht jetzt wieder ganz frei, kommt besser zur Geltung. Rund herum sind Kleiderstangen, die meisten schlicht und weiß, viele exklusiv angefertigt für die einzelnen Marken. Ein paar Namen sind neu, darunter A Plan Application, A-Cold-Wall, Abhati Suisse, Harris Wharf, Iris von Arnim, Julia Jentzsch, Less Skincare, Marge Sherwood, Nanamica, Sage De Cret, Spencer Vladimir, Templa und The Loom.

„Nach sieben Jahren war es Zeit für einen Relaunch.“

Andreas Murkudis
Der größte und auffälligste Neuzugang steht gleich im Eingangsbereich hinter der großen Fensterfront: Calvin Klein Jeans Est. 1978. Die Denim-Kollektion von Raf Simons hängt – für den Minimalisten Murkudis ungewöhnlich plakativ – an Warenträgern mit der lebensgroßen Silhouette des Testimonials Brooke Shields. Murkudis hat fast 500 Teile gekauft. Die Preis-Range liegt zwischen 50 und 600 Euro im VK. „Das ist für uns eine schöne neue Einstiegspreislage. Und die Idee mit den amerikanischen Landscapes hat mich überzeugt. Wir planen zum Deutschland-Start ein großes Event, deshalb die große Installation“, erklärt er. Im September will er zudem seine asiatischen Labels mit einer Ausstellung präsentieren. Einige Teile hängen schon da. Zum Beispiel Shoya Shirt und Second Skin aus Japan.

Inspirationen für sein Sortiment findet Murkudis auch auf Reisen, die ihn jetzt immer häufiger nach Japan führen. „In Tokio finde ich viele interessante Labels und Läden, mehr als irgendwo sonst zurzeit.“ Comme des Garçons und Yohji Yamamoto verkauft er seit Jahren. Dries Van Noten bleibe wichtig und jetzt neu Ann Demeulemeester, genauso wie Italien mit Namen wie Roberta Collina und Aspesi. Für solche Labels ist sein Laden, sein kuratiertes Sortiment international bekannt.

Sein Sortiment besteht immer noch zum größten Teil aus Bekleidung. DOB und HAKA, Schuhe und ein paar ausgewählte KOB-Labels bringen mindestens 70% des Umsatzes, der seit dem Umzug aus Berlin-Mitte vor sieben Jahren laut Murkudis verdreifacht wurde. Aber auch der Interior-Anteil nimmt ständig zu. Murkudis wird immer mehr zum Innenarchitekten, gestaltet Häuser und Wohnungen mit seinem exklusiven Sortiment an Möbeln, Design-Objekten und Home-Accessoires. Gerade entwirft er mit Kokona, einem Hersteller aus seiner Heimat Griechenland, gemeinsam ein Bett, das in seinem neuen Laden stehen soll.

Mitte Oktober eröffnet der 57-Jährige in unmittelbarer Nähe zu seinem Design-Showroom in der Potsdamer Straße 77 ein weiteres Interior-Geschäft. Es soll wie eine Wohnung eingerichtet sein, wie 2008 in den Hinterhöfen in Berlin-Mitte, wo er vor 16 Jahren mit dem „ersten Museum zum Einkaufen“ startete. Und er will sich künftig ganz auf den Standort im Tiergarten, fernab von den Berliner Shopping-Meilen rund um die Hackeschen Höfe, Kudamm und Tauentzien konzentrieren.



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