Lokales Branding im Store Design ist ein Trend-Thema, das immer mehr an Fahrt aufnimmt. Ob durch die Einbindung lokaler Künstler oder das Verwenden von ortstypischen Materialien – es gibt viele Möglichkeiten, Läden Lokalkolorit zu verpassen. Ein besonders schönes Beispiel ist der neue Camper Store auf Barcelonas Prachtmeile Passeig de Gràcia.

Das japanische Architekturbüro Kengo Kuma hat den Umbau durchgeführt und setzt im Design auf nur ein Material, das aber charakteristisch für die katalanische Hauptstadt ist: gewölbte Tonelemente, unbehandelt im rötlichen Original-Farbton. Geschickt angeordnet bilden sie ein Kaleidoskop aus Halbkreisen, in denen die Schuhe perfekt ihren Platz finden. Die Form der Keramikteile ist eine Hommage an die "Panot", eine spezielle Form, die sich aus sechs Halbkreisen zusammensetzt und auch als die "flor de Barcelona" (Barcelonas Blume) bekannt ist. Sie ist in der Stadt auf etlichen Bodenfliesen zu finden, gilt auch als Stadtsymbol.

Das verwendete Material im nur 80m² großen Laden bezieht sich auf die katalanische Art, Gewölbe mit Backsteinen zu errichten. Diese Technik wurde in der Region erfunden und steht für besonders sanft geschwungene Gewölbe in eben dieser rötlichen Ziegelfarbe. In jedem der kleinen Bögen ist zudem eine Beleuchtung installiert, die die einzelnen Schuhe ins rechte Licht rückt. Auch der Verkaufstresen und die Rückwand sind aus rotem Ziegelstein. Die Keramikteile wurden in der Ceramica Cumella, einer Manufaktur nahe Barcelona hergestellt.

Neben den Ziegelelementen gibt es nur noch einen weißen Block in der Mitte des Ladens – als Schuhinsel sozusagen. Er ist so dezent wie möglich gestaltet, damit das eigentliche Design auch richtig wirken kann. Auch die Schaufenster sind offen gestaltet, so dass man bereits beim Vorbeiflanieren erkennt, dass hier besonderes Design auf Entdecker wartet.

Und wer jetzt denkt, das erst ein japanisches Architekturbüro kommen muss, um einen typisch katalanischen Laden zu entwerfen – weit gefehlt. Entworfen wurde das Store Design in Zusammenarbeit mit Javier Villar Ruiz, einem Spanier aus Barcelona, der jedoch seit 2004 in Tokio lebt und arbeitet.



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