Luxus, aber nachhaltig. Diesen Grundsatz hat sich das 2002 im Rahmen einer Designkooperation mit Mulberry gegründete britische Label Bottletop auf die Fahnen geschrieben. Angeboten werden Taschen, Rucksäcke und Accessoires, die aus Up-Cycling-Produkten bestehen und deren Preisrange von 65 Pfund für einen Gürtel bis zu 1250 Pfund für eine von Narciso Rodriguez entworfene Handtasche reicht. Eines der hauptsächlich  für die charakteristischen Modelle eingesetzten Materialien sind Getränkedosen-Verschlüsse, die zu einer Art grobmaschigem Gewebe verbunden und mit Leder aus dem Amazonas-Gebiet oder Kronkorken kombiniert werden.

Nachhaltig ist auch das Store Design des vor gut einem halben Jahr eröffneten ersten Stores des Labels an der Londoner Regent Street. Allerdings anders als man vermuten könnte nicht durch den Einsatz von Naturmaterialien, sondern durch eine Inneneinrichtung, die komplett aus dem 3D-Drucker stammt. Bottletop, zu deutsch Flaschenverschluss, hat sich dazu mit dem Londoner Architekturbüro Krause Architects und weiteren auf Künstliche Intelligenz und 3D-Druck spezialisierten Unternehmen zusammengetan.

Innerhalb von zwei Monaten druckten die 3D-Industrieroboter der Firma Kuka das komplette futuristisch anmutende Interior des Ladens. Als Rohstoff wurde ein Filament namens Reflow eingesetzt, das komplett aus Plastikmüll gewonnen wird, insgesamt sollen rund 60.000 Plastikflaschen dafür verwendet worden sein. Der Boden besteht aus dem Material alter Autoreifen und für die Decke, auffälligstes Gestaltungselement und Markenzeichen des Stores, wurde aus tausenden von Getränkedosen eine geschwungene Gitterstruktur geschaffen.

„Unsere Kunden haben die Transformation des Ladens von einem schlichten Ausstellungsraum zu einem komplett upcycelten Ökosystem gesehen“, sagt Bottletop Mitgründer Oliver Wayman. Zum ersten Mal hätten Kunden beim Einkauf live miterlebt, wie die 3D-Technologie nachhaltig eingesetzt werden kann. Und weil Waymann nicht nur dreidimensional, sondern auch multisensorisch denkt, wurde ein spezieller Raumduft für den Store von Parfümeur Timothy Han kreiert. Abgerundet wird das Einkaufserlebnis durch Instore Musik von Mario C, der schon mit den Beastie Boys und Björk zusammengearbeitet hat.



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