Caffè Americano. Man mag es kaum glauben, aber bislang gab es noch keine einzige Filiale von Starbucks in ganz Italien. In der vergangenen Woche ist nun die letzte Bastion der Kaffee-Kultur gefallen und die US-amerikanische Kette aus Seattle ist mit einem gewaltigen Paukenschlag in Mailand gestartet. Ganze 2300m² belegt die erste italienische Filiale des Hauses im historischen Post-Gebäude an der Piazza Cordusio. Kaffee XXL quasi.

Wie zu erwarten, ist sie nicht irgendein weiterer Coffee-Shop, sondern ein imposantes Vorzeigeobjekt, das ganz Italien, der 78ste Auslandsmarkt von Starbucks, für Frappuccino, Flavoured Latte und Co begeistern soll. Dabei geizt das Unternehmen nicht mit Superlativen: Als „schönste der Welt“ und „Kronjuwel“ bezeichnet Starbucks selbst sein neuestes Baby. Dabei war der Start der Amerikaner in Italien, wo Kaffetrinken ein traditionelles Ritual ist, nicht unumstritten.

Umgesetzt wurde in Mailand das sogenannte Roastery-Format, das es sonst nur in Seattle und in Shanghai gibt. Die Kunden sollen dort die hohe Kunst des Kaffeeröstens und Brauens erleben können. So findet etwa der komplette Röstprozess direkt vor den Augen der Kunden statt. Im Mittelpunkt des Raumes steht ein sieben Meter hohes Röstfass sowie eine riesige, hellgrüne Röstmaschine der italienischen Firma Scolari. Limitierte Kaffeesorten aus 30 verschiedenen Ländern werden dort von sieben speziell geschulten Röstern verarbeitet. Direkt daneben befindet sich die Hauptbar, an der klassische Espressi genauso gebrüht werden, wie die Starbucks-typischen Eigenkreationen.

Das Interior Design wird dominiert von Kupfertönen, Holz und Marmor, immer mit Bezug auf Italien. So ist die Bar mit einer geriffelten Holzverkleidung versehen, die eine Hommage an die italienische Architektur sein soll, und einer Platte aus Marmor, der aus den weltberühmten toskanischen Steinbrüchen stammt.

Im Zwischengeschoss können sich die Gäste an der zehn Meter langen aus Calacatta Macchia Vecchia-Marmor gefertigten Arriviamo TM Bar sogar Cocktails mixen lassen. Wer nicht nur Durst, sondern auch Hunger hat, der wird in der Bäckerei Princi mit ihrem riesigen Holzofen fündig.

Aber nicht nur physisch will Starbucks den Italienern sein Unternehmen und sein Konzept näherbringen. An der raumhohen, aus Messing gestalteten Wand im Eingangsbereich lässt sich über Augmented Reality auf dem mobilen Endgerät mehr über die Geschichte des Unternehmens und die Wissenschaft der Kaffeezubereitung erfahren.



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