Es wirkt großzügiger – die Warenträger sind filigran und lassen die Sortimente optisch in den Vordergrund treten. Die Atmosphäre ist ruhiger – ein einheitlicher Bodenbelag in Holzoptik hat die gekennzeichneten Laufwege abgelöst. Es ist interessanter geworden – die Inszenierung der Ware tritt stärker hervor, dazu setzen großflächige Poster mit hanseatischen Motiven und Porträts von Menschen aus fernen Ländern optische Akzente.

Das Modehaus Matzen in Bad Schwartau hat umgebaut. Bei laufendem Betrieb wurden Böden, Warenträger und Rückwände erneuert. „Weil die Abteilungen bei gleicher Warendichte viel großzügiger wirken, denken viele Kunden, dass wir nicht nur umgebaut, sondern auch die Verkaufsfläche vergrößert haben“, sagt Geschäftsführer Lars Matzen. Was nicht passiert ist. Die Wahrnehmung der Kunden zeigt jedoch, dass Veränderungen gelungen sind.



Lars Matzen und sein Leitungsteam mit Ulrike Cordts (DOB) und Patrick Schweitzer (HAKA) zählen stichwortartig die Eckpunkte des Umbaus auf: In der HAKA im 2. OG wurde die Vielfalt der Warenträger in den Stammabteilungen Hosen und klassische HAKA reduziert. Die neuen Warenträger erzeugen eine ruhige und kompetente Warenaussage. Ebenfalls vereinheitlicht wurde die Warenträger im Mittelraum. Die neuen Warenträger und Regale an den Rückwänden bestehen aus schwarz lackierten Rechteckrohren. Sie sind filigran und lassen dadurch die Verkaufsfläche größer erscheinen. Außerdem tritt die Waren stärker in den Vordergrund.

Fast alle Rückwände wurden erneuert und erstmals bekamen die Bereiche an den Rolltreppen Rückwände. Der Geräuschpegel in den Abteilungen wird dadurch etwas gedämpft. Außerdem wirkt die Verkaufsfläche so harmonischer und in Kombination mit den erwähnten großflächigen Fotos wurden zusätzliche, attraktive Präsentationsflächen geschaffen.

Lars Matzen: „Nicht verzichten wollten wir beim Umbau auf Shops. Wir brauchen sie, denn Labels sind Anker und geben Orientierung.“ Jedoch wurden die Shops an das neue Store-Design angepasst. In der DOB-Abteilung im 1. Obergeschoss wurden ebenfalls die Rückwände erneuert, zusätzliche Präsentationsflächen geschaffen und die Atmosphäre in der Wäscheabteilung mit Tapeten in warmem Beige und mit Goldtönen unterstrichen. Wie bei Umbauten zuvor hat Matzen die Neugestaltung auch diesmal der Schleifenbaum Design&Project GmbH in Haiger übertragen. Das Licht wurde bereits vor Jahren auf LED umgestellt (Lindner, Menden).

Für Lars Matzen und sein Team ist die Modernisierung nur sichtbares Zeichen grundlegender Veränderungen im Haus. Natürlich sollen die Verweildauer erhöht und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Doch generell gehe es darum, die Dachmarke Matzen zu stärken und zu profilieren. Alle Sortimente und Abläufe im Haus aus Kundensicht zu betrachten und überall den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Matzen: „Wir möchten eine besondere Atmosphäre im Haus schaffen. Die Ware inszenieren und wirken lassen. Zum bummeln und stöbern verführen. Das soll für die Kunden der Grund sein, uns zu besuchen. Und nicht in erster Linie der Preis.“

Ulrike Cordts weist darauf hin, dass die Größe der Flächen nun variabel ist. Wo jetzt zum Beispiel Bademode großzügig präsentiert werde, könnten im Herbst Outdoor-Jacken angeboten werden. Auch durch solche saisonalen Inszenierungen solle Begehrlichkeit geweckt werden.

Wofür das Haus heute steht und in welche Richtung sich Matzen weiter entwickeln will, ist exemplarisch im Erdgeschoss zu sehen, sagt der Geschäftsführer. Rechts neben dem Eingang wurde nach Auslaufen des Concession-Vertrages eine 220m² Schuhfläche zu einer Art Concept-Store für Männer umgewandelt. An den Rückwänden schaffen Holz und Betonoptiken einen Kontrast. Das Sortiment verführt zum Stöbern: Neben Fashion von PME Legend, Scotch&Soda, Better Rich, Colmar, Napapijri sind Pflanzen in geschlossenen Glasgefäßen (Green Factory) Blickfänger und ungewöhnliche Geschenkartikel. Des Weiteren gibt es zum Beispiel Motorradhelme aus Italien, Baseball Caps, Taschen und Seesäcke mit maritimen Motiven, eine Sneakerwand, Gin (Luv & Lee) und Bier (Buddelship) aus Hamburg, Zehensandalen, Seife in Form eines Ankers und einen Shop von Niederegger Marzipan aus dem nahen Lübeck. Matzen: „Auch für eine solche Facette im Sortiment steht das Modehaus jetzt. Wir möchten die Kunden überraschen und interessant werden für Menschen, die bisher nicht bei uns gekauft haben.“

Die ostholsteinische Stadt Bad Schwartau am gleichnamigen Fluss hat rund 20.000 Einwohner und ist wegen des dort ansässigen großen Marmeladenherstellers bundesweit bekannt. Matzen ist eine Institution in der Stadt. Das Haus in der Fußgängerzone hat rund 5000m² Verkaufsfläche auf drei Etagen. Sortimentsschwerpunkte sind DOB und HAKA, aber es gibt auch Zeitschriften sowie Uhren und Schmuck. Matzen macht den Standort und betreibt neben dem Haupthaus das Matzen Spezial. Dort gibt es auf rund 600m² Verkaufsfläche Schreibwaren, Büro- und Bastelartikel sowie Lederwaren und Reisegepäck.

Vor einigen Jahren hat die Händlerfamilie die Nachbarimmobilie neben ihrem eigenen Haus gekauft. Zwischen den Gebäuden gibt es eine Passage, die Twiete. Die Passage wurde modernisiert. Mieter dort sind neun kleinere Einzelhändler. Die Läden Be Cool mit Mode für Babys und Kleinkinder sowie Be Cool mit Mode für Teens betreibt das Unternehmen selbst. In Travemünde betreibt das Unternehmen außerdem eine Boutique (400m²) und ein Modehaus (1300m²) sowie eine weitere Boutique (120m²) in Scharbeutz.



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