"Ich bin froh, junge Unternehmer in der Herz- und Lungenmaschine von C&A begrüßen zu können. Denn auch wir sind permanent auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und Führungskräften". Mit diesen Worten eröffnete C&A-Chef Alain Caparros den ersten Future Fashion Leaders-Summit der TextilWirtschaft. C&A war Gastgeber der Veranstaltung, die in der Zentrale des Modefilialisten in Düsseldorf stattfand.

Mehr als 180 junge Leute, Branchen-Newcomer und Führungskräfte waren gekommen, um einen Tag lang über das Mode-Business von morgen und über Management in den Zeiten der digitalen Transformation zu diskutieren. Dabei ging es um neue Führungskonzepte und neue Recruiting-Strategien. Um Nachhaltigkeit und Omnichannel-Distribution. Um Influencer-Marketing und Start up-Romantik. Fünf Thesen zeichneten sich im Laufe des Tages ab:

Grenzen sprengen.

In Zeiten der digitalen Transformation steht alles permanent auf dem Prüfstand. "Das Buzzword heißt Agilität. Es geht darum, die Grenzen des Organisierens und Entscheidens zu sprengen", erklärt Andreas Brill, Geschäftsführer und Gründer von business4brands. In allen Bereichen. Die Führung müsse die Teams aus der Komfortzone der Gewohnheit holen. Offenheit und Vernetzung seien dafür eine Grundvoraussetzung.

Künstliche Intelligenz nutzen.

Insbesondere in Internet-Unternehmen wie Google und Otto gehört Künstliche Intelligenz derzeit zu den relevantesten Innovationen. "Es geht darum, Kunden, die auf der Suche sind, im richtigen Moment zu erreichen", erklärt Birgit Prahl, Industry Head Retail bei Google. "Der Online-Shop hat in fünf bis zehn Jahren ausgedient. Dann läuft das Shoppen komplett über Sprachbefehle", ergänzt Francesco Ferreri, Head of E-Development bei Otto.

Aber auch eher traditionelle Unternehmen wie die Holy Group sehen in diesem Bereich die Zukunft: "Auch wenn wir ein traditionelles vollstufiges Industrie-Unternehmen sind, sprechen wir über Avatare und Künstliche Intelligenz", sagt Christoph Griesshaber, Director Human Ressources der Holy Fashion Group.

Klarheit in der Kommunikation.

Klarheit, nicht Agilität. Das ist für Personaltrainer Martin Wischmann das wichtigste Wort einer neuen Führung auf Augenhöhe. Dabei sei eine Kommunikation essentiell, die auf Klarheit und Transparenz basiert. "Um die Menschen abzuholen und zu Unternehmern im Unternehmen zu machen".

Auch Clara Becker, die als Head of Marketing und Digital Operations im Modehaus Ramelow von Wischmann geschult wurde, hat bei ihrer Arbeit als junge Führungskraft gemerkt, wie wichtig klare Kommunikation ist: "Führen heißt kommunizieren. Man muss die Dinge offen und klar aussprechen", lautet ihr Fazit aus fast einem Jahr als junge Führungskraft.

An die Kunden denken - auf allen Kanälen.

Die Grenzen zwischen stationär und online verschwimmen zunehmend. Omnichannel birgt dabei für die Unternehmen viele Herausforderungen, sowohl im Back- als auch im Frontend. "Eine einheitliche visuelle Darstellung an allen Touchpoints mit den Kunden ist unabdingbar", sagt Andreas Firneburg, Sales Director Germany von Scotch & Soda. Das zahle sich auch aus, bestätigt Andreas Hammer, Director E-Commerce Europe von C&A: "Omnichannel-Kunden kaufen deutlich mehr bei C&A ein als Kunden, die nur auf einem Kanal unterwegs sind."

Einfach weitermachen, ohne nachzudenken.

Laura Dekker hat im Alter von 14 bis 16 Jahren als jüngster Mensch die Welt ganz allein umsegelt. Einmal musste sie während eines Sturms zwei Tage lang am Steuer sitzen, ohne zu essen oder zu schlafen  "Ich habe gemerkt, wie viel man schaffen kann, wenn man dran bleibt. Das gehört zu meinen wichtigsten Learnings meiner 366 Tage auf See", sagt Dekker.

Less is more.

Sortimente zeigen, die Komplexität verringern. Das hat der neue C&A-Deutschland-Chef Mohamed Bouyaala aus seiner Zeit in der Lebensmittelbranche mitgenommen: "Wir müssen unsere Artikel stärker herausstellen. Und zwar klar, strukturiert und deutlich." Daran arbeitet er bei C&A gerade mit Hochdruck.
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