1600 Mitarbeiter, über 200 Läden

Filialist Colloseum ist insolvent

Foto: Colloseum
Colloseum führt insgesamt 201 Filialen, davon 135 in Deutschland.
Colloseum führt insgesamt 201 Filialen, davon 135 in Deutschland.

Der Oberhausener DOB-Filialist Colloseum hat beim Amtsgericht Duisburg Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt. Wie das Unternehmen mitteilt, sind davon insgesamt 1600 Mitarbeiter in der Zentrale und in den über 200 Filialen betroffen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Axel Schwentker von der Oberhausener Kanzlei Schwentker Bückmann bestellt. Gemeinsam würden Wege gesucht, das Unternehmen zu sanieren und fortzuführen.

„Der stationäre Fast Fashion-Handel war bereits in den vergangenen Jahren herausfordernd“, erklärt Christina Stach, COO der Colloseum-Unternehmensgruppe. „Aber die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Schließung unserer Stores haben uns nun besonders hart getroffen. Wir werden alles tun, um das Unternehmen zu erhalten.“


Das Unternehmen wurde in den 90er-Jahren von Rainer Schulz gegründet. Schulz verstarb 2012 im Alter von 54 Jahren bei einem Flugzeugabsturz im hessischen Egelsbach, das Unternehmen ging danach an seine Frau Silke Schulz. Über die Jahre firmierten die Läden unter verschiedenen Namen wie Forever 18 und Fashion Club.

Vor einigen Jahren wurde entschieden, alle Geschäfte unter dem Namen Colloseum laufen zu lassen. Der vertikale Filialist agiert im Wettbewerbsumfeld von Takko, Primark, Tally Weijl, Orsay und H&M. Colloseum führt insgesamt 201 Filialen, davon allein 135 in Deutschland. Die restlichen Geschäfte befinden sich in Österreich und in den baltischen Staaten. Der Online-Shop wurde eingestellt und ist offline.

Christina Stach ist eigenen Angaben zufolge als COO und Prokuristin derzeit einziges Mitglied der operativen Unternehmensleitung. Sie kam erst im vergangenen November von dem Personaldienstleister Adecco ins Unternehmen. Im Aufsichtsrat sitzt ihren Angaben zufolge Volker Rös, der zuvor Geschäftsführer der Filialisten K&L und Schmid-Gruppe war.

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