3 Fragen an Görtz-Geschäftsführer Frank Revermann

"Struktur, zugleich aber Beweglichkeit"

Görtz
Frank Revermann ist bei Görtz in Hamburg Geschäftsführer für Vertrieb, Marketing, E-Commerce und Einkauf.
Frank Revermann ist bei Görtz in Hamburg Geschäftsführer für Vertrieb, Marketing, E-Commerce und Einkauf.

Ein Hamburger in Frankfurt. In dieser Woche hat Schuhfilialist Görtz seine zwei neuen Filialen in der Frankfurter Innenstadt eingeweiht. Trotz Corona-Krise war auch Geschäftsführer Frank Revermann vor Ort. Im Kurzinterview mit der TextilWirtschaft verrät Revermann, warum Frankfurt für das Unternehmen ein so wichtiger Standort ist und wieso man in Zukunft noch stärker mit Untermietern arbeiten will.

TextilWirtschaft: Herr Revermann, was hat Frankfurt, was andere Görtz-Standorte nicht haben?
Frank Revermann: Frankfurt ist für uns ein Anker, es ist nach Hamburg der bekannteste Görtz-Standort – mit vielen Stammkunden. Seit 1971 sind wir in Frankfurt, alleine 23 Jahre waren wir auf der Biebergasse. Das Frankfurter Görtz-Sortiment ist sehr besonders, von jeher sehr businesslastig. Und damit meine ich nicht nur Männer. Auch die Frauen kaufen in Frankfurt überdurchschnittlich mit Blick Richtung Büro.

Inwiefern berücksichtigen Sie das in den neuen Stores auf der Kaiserstraße und am Roßmarkt?
In unserem klassischen Flagship-Store auf der Kaiserstraße haben wir den Premiumbereich für Herren in der ersten Etage etwa in ein eigenes Loft gefasst. Generell versuchen wir, hier darzustellen, was den Frankfurter Business-Kunden gerecht wird. Wir holen die Kunden aber auch mit Sneakern ab. Insbesondere in unserem ersten Room by Görtz am Roßmarkt setzen wir auf ein sehr urbanes, trendiges Sortiment in einem ebensolchen, mobilen Umfeld, in dem sich so auch Events leicht realisieren lassen. Das Ladenkonzept hier kommt aus einem anderen Guss. Es ist das erste Mal, dass wir beim Ladenbau auf Recyceltes setzen. 80% im Room wurde aus recycelten Materialien gebaut.

Am dritten Standort in der Frankfurter Innenstadt, in der Filiale auf der Zeil, haben Sie sich nach dem Umbau den dänischen Einrichter Søstrene Grene als Untermieter ins Haus geholt. Spüren Sie schon Synergien – und über welche weiteren Kollaborationen dieser Art denken Sie nach?
Mit der Entwicklung auf der Zeil sind wir sehr zufrieden. Die Vermietung war die richtige Entscheidung – das Konzept ist nachweislich erfolgreich, Søstrene Grene sorgt für zusätzliche Frequenz. Wir sind interessiert, Ähnliches auch an anderen Standorten zu realisieren. Dabei geht es nicht um das bloße Untervermieten, sondern um gegenseitige Befruchtung. Es geht darum, Städte wieder zu beleben. Gastro ist auch ein Thema, über das wir nachdenken, im neuen Flagship auf der Kaiserstraße haben wir auch eine Bar integriert. Wir können uns vorstellen, sie für Events unterschiedlichster Art zu nutzen. Man muss heute beweglich sein, das ist super wichtig, der Kunde erwartet das von uns. Wir brauchen Struktur, zugleich aber Beweglichkeit.

Neues Multilabel-Schuhkonzept: Room by Görtz in Frankfurt

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