57 weitere Filialen von Insolvenz betroffen

Colloseum ringt um die Zukunft

Foto: Colloseum
Colloseum führt insgesamt 201 Filialen, davon 135 in Deutschland.
Colloseum führt insgesamt 201 Filialen, davon 135 in Deutschland.

Das Schicksal des insolventen Oberhausener DOB-Filialisten Colloseum ist weiter ungewiss. Nach Deutschland sind nun auch die Geschäfte im wichtigsten Auslandstochter insolvent.

 Wie Christina Stach, COO der Gruppe, mitteilt, läuft für die Colloseum Retail GmbH in Wien das Insolvenzverfahren. Als Masseverwalter fungiert der Rechtsanwalt Christof Stapf. Das Filialnetz in Österreich umfasst 57 Filialen, die derzeit aufgrund der Corona-Krise nicht in Betrieb sind.


Für die 135 deutschen Geschäfte wurde bereits Ende März Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt. „Der stationäre Fast Fashion-Handel war bereits in den vergangenen Jahren herausfordernd“, erklärte Stach. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Schließung der Stores hätten das Unternehmen dann besonders hart getroffen. „Wir werden alles tun, um das Unternehmen zu erhalten.“


In einer aktuellen Mitteilung heißt es nun, der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Axel Schwentker, und sein Team hätten sich „in intensiven Gesprächen mit der Unternehmensleitung ein Bild der Lage verschafft, um mögliche Lösungen zunächst für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs und eine übertragende Sanierung zu erarbeiten und zu prüfen.“ So habe man die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die ca. 1.200 Beschäftigten für den Zeitraum bis Ende Mai 2020 erreicht.


„Der vorläufige Insolvenzverwalter und sein Team arbeiten derzeit gemeinsam mit uns unter Hochdruck an der Umsetzung möglicher Sanierungsoptionen. Hierzu wurde unter anderem bereits ein entsprechender M&A-Prozess eingeleitet, dessen Ausgang derzeit noch nicht prognostizierbar ist“, sagt Stach.


Ob die Voraussetzungen für eine kurzfristige Öffnung der Ladenlokale unter Berücksichtigung der jeweils landesbehördlichen Auflagen und Beschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie geschaffen werden können, werde derzeit für jedes Ladenlokal einzeln geprüft.
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