SEM Rush analysiert Traffic von Zalando, Bonprix, Esprit und Co.

Der Online-Modehandel in Zeiten des Lockdowns

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In Zeiten von Corona sitzt die Kreditkarte nicht mehr so locker wie früher. Das wirkt sich auf den Traffic der deutschen Online-Mode-Shops aus.
In Zeiten von Corona sitzt die Kreditkarte nicht mehr so locker wie früher. Das wirkt sich auf den Traffic der deutschen Online-Mode-Shops aus.

Der Wegfall der stationären Konkurrenz hat sich völlig unterschiedlich auf den Traffic der zehn größten Online-Mode-Händler ausgewirkt. Am stärksten legte der Online-Shop der Modemarke Esprit während des coronabedingten Lockdowns zu, der am 18. März begann. Der börsennotierte Konzern steigerte seinen Traffic im März dieses Jahres auf rund 4,31 Millionen Besuche. Das entspricht einem Plus von rund 13,3% gegenüber dem Februar. Allerdings hatte die Steigerungsrate im Februar mit 12,9% ähnlich hoch gelegen.


Das ergab eine Sonderauswertung des Suchmaschinen-Marketing-Spezialisten SEM Rush für die TextilWirtschaft. Es folgt der Online Pure Player Zalando mit einem Plus von 11,5 % im März dieses Jahres. Damit ist der Traffic merklich schwächer gewachsen als im Februar, als sich die Zahl der Besucher um rund 14,6% erhöhte.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen des börsennotierten Konzerns wider: In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind die Berliner lediglich um 11,6% auf 1,54 Mrd. Euro gewachsen, teilte der Online-Händler bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen mit. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch zu einem Plus von rund 15% gereicht.

Zalando war aber mit 22,76 Millionen Besuchen im März weiterhin der reichweitenstärkste Online-Modehändler der Republik. Platz zwei belegt der Modeversender Bonprix, der seinen Traffic um 11,1% auf 11,9 Millionen Besuche erhöhte. Nach einem Plus von 11,9% im Februar. Somit ist die Otto Group-Tochter im März nicht stärker gewachsen als in der Zeit vor den Kontaktbeschränkungen.

Die Plätze drei und vier belegen der Modefilialist H&M und der Online-Mode-Händler About You, die ihre Besuchszahlen um 4,8% und 6,5% auf 9,2 Millionen und 8,1 Millionen verbesserten. Dabei ist auffällig, dass die Wachstumsrate von About You im März auf weniger als ein Drittel des Vormonates geschrumpft ist, und zwar von 22,11 auf 6,5%. Die Otto Group-Tochter Baur belegt mit 6,4 Millionen Besuchen (plus 2%) den fünften Rang.

Neben About You verzeichnete auch S.Oliver in der Vor-Corona-Zeit einen viel stärkeren Zulauf als im Lockdown-Monat März: Das Traffic-Plus sank von 20,63% auf 4,55%. Umgekehrt hat sich Asos von den Besucherzahlen her am stärksten verbessert: Auf ein Minus von fast 33% folgte im März ein schmales Plus von 0,21%. Der Grund für den Einbruch im Februar ist noch unklar. Der Londoner E-Fashion-Anbieter hat auf eine Anfrage der TW bislang nicht reagiert.

Stark aufwärts ging es auch für den Damenmode-Versender Heine: Nach einem Minus von 5,42% gab es im März ein Traffic-Plus von 9,22%.

Außerdem zeigt die Untersuchung, dass Esprit und Baur im März offenbar viel Geld in die Hand genommen haben, um Besucher in ihre Online-Shops zu locken. Schließlich ist bei den beiden Big Playern die Zahl der Kunden, die von einer bezahlten Werbeaktion wie Suchmaschinen-Anzeigen gekommen sind, erheblich geklettert. Bei Esprit lag das Plus bei rund 37,2% mit insgesamt 434.130 Besuchen, bei Baur bei rund 34,9%, sodass 138.093 Besuche generiert wurden. 

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