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L+T promotet Tüten-Gebühr

So offensiv kommuniziert derzeit kein anderer Modehändler die neue Gebühr für Tüten: Lengermann + Trieschmann (L+T) in Osnabrück verlangt seit Samstag 20 Cent für Plastik- und Papiertüten und promotet die Gebühreneinführung offensiv in allen Schaufenstern sowie an den Eingängen unter dem Motto „Saubere Weltmeere“. Dort finden sich Szenerien wie Fischernetzte voller Plastikflaschen und ein Ozean, dessen Wellen ein Meer von Flaschen tragen. Ergänzt werden die Motive mit Fakten zur Umweltverschmutzung durch Plastikmüll.

L+T folgt somit als eines der ersten inhabergeführten Modehäuser in Deutschland der Selbstverpflichtung des Handelsverbands Deutschland (HDE), die das Ziel hat, innerhalb von zwei Jahren 80% der Plastiktüten nur noch kostenpflichtig auszugeben. Einige große Mode-Filialisten, darunter H&M und C&A, verlangen seit April für Tüten Geld, aber der inhabergeführte Modehandel scheut den Schritt vielerorts noch aus Angst vor der Reaktion der Kundschaft.

Dass L+T die nun kostenpflichtigen Tüten so offensiv thematisiert, hat nicht nur den Vorteil, dass der Kunde schon beim Betreten des Geschäfts und nicht erst an der Kasse von der Gebühr erfährt, sondern es steckt vor allem der Wunsch dahinter, eine Vorbildfunktion einzunehmen. „Modehäuser werden häufig nur als Warenverkäufer gesehen. Doch nicht nur die Marken müssen eine Haltung haben, sondern auch der Handel. Wir wollen Vorbild sein“, sagt L+T-Marketing-Chef Bernhard Fischer. Und so nehme das Modehaus auch billigend in Kauf, dass in Zukunft weniger Werbemittel in Form von L+T-Tüten in der Osnabrücker Innenstadt zu sehen sind.

Erste Erfahrung: Nur noch 25% der Kunden verlassen das Modehaus seit der Gebührenpflicht mit einer neuen Plastiktüte, die restlichen bringen zum Shoppen ihre alte L+T-Tüte oder einen anderen Beutel mit. Ab Ende April wird der Platzhirsch zudem Baumwoll-Beutel für 3 Euro sowie Filz-Taschen für 5 Euro anbieten. Zudem wickeln die Mitarbeiter den Einkauf wie bisher in Seidenpapier ein, um die Ware zu schützen. Denn das sei zu 100% biologisch abbaubar.

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