Spenden statt wegschmeißen

Amazon: Spendenprogramm soll nach Deutschland kommen

Amazon
Ralf Kleber: "Wir stehen in den Startlöchern, das Spendenprogramm nach Deutschland zu bringen."
Ralf Kleber: "Wir stehen in den Startlöchern, das Spendenprogramm nach Deutschland zu bringen."

Amazon will das Spendenprogramm "FBA Donations" auf Deutschland ausweiten. Dabei spenden Händler, die den Amazon-Versandservice FBA nutzen, ihre nicht mehr verkaufbaren Retouren. #ZZ#

Der Plattformbetreiber stellt sicher, dass die Sachspenden bedürftige Menschen erreichen. Im Gegensatz zu Großbritannien, den USA und Frankreich sieht das deutsche Steuerrecht aber vor, dass die Unternehmen Umsatzsteuer auf den Wert aller gespendeten Waren entrichten müssen. Ausgenommen sind verderbliche Lebensmittel. Deshalb ist es teurer, die Produkte zu spenden, als sie zu entsorgen.


"Das ist eine Belastung, die vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen – wie unsere Verkaufspartner – oft nicht stemmen können", kritisiert Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber in einem Blogpost. Amazon sei im Gespräch mit politischen Entscheidern in Deutschland, um eine gesetzliche Änderung zu erwirken. "Wir stehen in den Startlöchern", das Programm nach Deutschland zu bringen. Wenn es die Gesetzeslage hergeben würde", sagt der Geschäftsführer.

Der E-Commerce-Verband bevh und die Beratungsfirma EY haben 2019 Vorschläge erarbeitet, wie man die Rechtslage in Deutschland ändern könnte, um das Spenden von Retouren zu erleichtern. "Ohne die aktuellen Hürden würden viel mehr Produkte gespendet", betont bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.


In Frankreich ist das Amazon-Spendeprogramm jetzt gestartet. Ein Jahr nach dem Launch in Großbritannien und den USA, wo laut Kleber schon zufolge Hunderttausende Gemeinden, Familien und Menschen über 20 Millionen unverkaufte oder retournierte Artikel erhalten haben. Gespendet wurden u.a. Kleidung, Kinderartikel, Haushaltsgeräte, Werkzeuge und Schulmaterial. "Die Spenden haben Menschen geholfen, die die Corona-Krise getroffen hat", berichtet Kleber. Außerdem Menschen mit Behinderungen sowie Senioren, Migraten und Haushalte mit niedrigem Einkommen.

Dieser Text erschien in Kurzform zuerst auf etailment.de.

stats