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Store des Tages: Echter, Weilheim

Nur der 2m² große Gasanschlussraum ist verschont geblieben“, sagt Christian Echter, der in vierter Generation Geschäftsführer des Modehändlers Echter mit Stammsitz im oberbayerischen Murnau ist. Die Filiale in Weilheim, nahe des Starnberger Sees, wurde komplett kernsaniert und umgebaut sowie über einen angeschlossenen Neubau um 1000m² auf 5000m² erweitert. Zu dem 18-monatigen Umbau bei laufendem Betrieb gehörte auch der Umbau des Parkplatzes, die Fassadengestaltung sowie das neue Entrée mit jetzt mittigem Eingang sowie de neuen Schaufenstern, die näher ans Trottoir und damit näher zum Passanten gerückt sind.

Innen gehören nach dem Umbau die verschachtelten Laufwege der Vergangenheit an. Die Flächen in allen vier Etagen sind weitläufig, logisch und übersichtlich strukturiert (Architektur: Kunze, Elmshorn). Ein Blickfang ist die neue, imposant im Raum hängende Treppe im Herzen des Modehauses: In runden Bögen schwingt sie sich unter einem neuen, großen Glasdach in die oberen Stockwerke, wo die Abteilungen lichtdurchflutet sind.

Auf Markenshops wurde bis auf wenige Ausnahmen (u.a. Boss) weitgehend verzichtet. Für Akzente sorgen dagegen immer wieder kleine Multilabel-Szenerien, zum Beispiel am hinteren Eingang, wo gerade der kamelfarbene Poncho an einer Figur mit schwarzer Lederoptik-Shorts und weißem Shirt in Szene gesetzt wird – die ausgestellten Teile des Outfits liegen in allen Größen auf einem weißen Vintage-Regal daneben parat. Die Looks auf Szene-Flächen wie diesen wechseln im Zwei-Wochen-Rhythmus. Denn in diesem Turnus schauen die rund 20.000 Stammkunden vorbei.

Hingucker im Haupteingangsbereich: Links und rechts werden Kunden von Marktständen empfangen. Dort wird neben Looks auch Keramik präsentiert. Tassen, Teller, Vasen – das ist neu im Sortiment. Die Keramik findet sich darüber hinaus auch immer wieder auf der Fläche, zum Beispiel farblich passende Becher in Terrakotta-Nuancen neben der Ware Yaya in denselben Farbtönen. „Wenn eine Kundin mal keine Hose oder keinen Pulli findet, dann nimmt sie vielleicht noch eine Tasse mit“, sagt Marketing-Chefin Ulrike Heddendorp, die weitere Ideen für Gestaltung am POS eingebracht hat. Zum Beispiel die individuellen Sessel und Stühle in den Sitzecken und die darauf liegenden Kissen. Die Kissen stammen übrigens aus dem Wohnhaus in Murnau, das ebenfalls zum Modeunternehmen von Christian Echter gehört, und können gekauft werden. Das Crossselling zwischen dem Mode- und dem Einrichtungshaus könnte in Zukunft auch auf die aufgestellten Möbel im Multilabel-Haus ausgeweitet werden. „Der Concept-Store-Gedanke gefällt uns“, sagt Heddendorp.

Mit dem Umbau hat Christian Echter zudem Platz für ein neues Sortiment geschaffen: In der ersten Etage wurde die DOB um Anschlussgrößen erweitert. Mode bis Konfektionsgröße 50 gibt es zum Start von Sheego, Triangle, Frapp und KJ Brand. Weil Kundinnen immer öfter nach einem solchen Angebot gefragt haben, sagt Echter. Ausgebaut wurde auch die Premium-Womenswear: In dem Bereich um u.a. Marc Cain und Boss Orange sind nun auch Set, Someday sowie das Denim-Label Replay zu finden. Zudem wurde die Marc O‘ Polo-Fläche um 20m² auf 70m² erweitert. „Wichtig ist uns immer gewesen, dass wir niemanden ausgrenzen. Wir bieten Mode für die ganze Familie – immer auch in günstigen Einstiegspreislagen“, sagt Echter. Einstiegspreislage sind die Konzepte der Bestsellergruppe sowie Haily’s.

Einen einstelligen Millionenbetrag hat Echter investiert. Nicht nur in das Ladendesign, sondern auch in die Haustechnik. Trotz der Flächenerweiterung rechnet Echter, in Zukunft nur noch 50 Prozent des bisherigen Stroms zu verbrauchen.

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