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Store des Tages: Greve in Krefeld

Wie muss sich ein Modehaus für die Zukunft aufstellen - eine Frage, die sich Hajo Greve, der gemeinsam mit seiner Schwester Anna Bischof in dritter Generation das Modehaus Greve in Krefeld führt, seit einiger Zeit stellt. Wettbewerb mit Schnelldreher-Konzepten wie H&M und Zara, die zunehmende Discounter-Mentalität und die Digitalisierung der Branche sind die Themen, die Greve wie auch andere Multilabel-Händler brennend bewegen.

Seine Antwort: eine komplette Neuaufstellung. Location- und Namenswechsel inklusive. Zum Saisonstart ist das Krefelder Traditionshaus von der Innenstadt zwei Kilometer stadtauswärts gezogen. In ein charmantes Backsteinhaus, das mit der Straßenbahn noch von der City aus zu erreichen ist, das aber vor allem eigene Parkplätze vor dem Haus hat. Grundkriterien, um zu einer Shopping-Destination zu werden. Zum Konzept gehört deshalb auch ein eigenes Café mit Außenterrasse. Und dass der erste Stock warenfreie Zone ist: Der Raum mit altem, stimmungsvollem Gebälk ist als Veranstaltungsraum reserviert. Für Vernissagen, Ausstellungen, eine Pop-up-Ballettschule. Das bringt Frequenz. Genauso wie der Untermieter im Untergeschoss: der Boxspringbett-Hersteller Schwedenbett. Ungewöhnlich? Nein, findet Greve, denn auch Betten würden mehr und mehr zum Lifestyle-Produkt.

Mit der Location hat sich auch das Sortiment geändert. Das früher reine Damenmodehaus bespielte 1000m², auf der neuen Fläche stehen der DOB nur noch 300m² zur Verfügung. Die Zahl der Labels wurde um etwa die Hälfte gekürzt. „Profilierung bedeutet eben auch Verzicht“, so Greve. Verwässerter Mainstream ist rausgeflogen, das Sortiment im gehobenen mittleren Preissegment jetzt deutlich spitzer. Key Look: lässige Dailywear, die nicht zu abgehoben ist, aber durch kleine Deatils zeigt, dass der Kunde modisch informiert ist. Zum Beispiel die authentischen Red Selvedge-Denims von G-Star kombiniert mit den Trendoberteilen des italienischen Blusen-Labels Le Sarte Pettegole.

Neu im Greve Sortiment ist Menswear. Auf etwa 50m² wurde eine kleine, aber feine HAKA-Abteilung aufgenommen: Hemden und Anzüge werden made-to-measure von einem Maßkonfektionär in Holland gefertigt. „Sie sind nicht teurer als ein Stangenprodukt“, so Greve, „denn auch hier gilt unser Prinzip: Premium-Podukt zum Medium-Preis.“ Jeans und Unterwäsche runden das HAKA-Angebot ab.

Passend zur Fokussierung hat sich auch der Name geändert. Aus Greve wurde die Dachmarke „g“. Oder „das Greve im g“, wie die an den alten Namen gewöhnten Stammkunden den Store seit dem Umzug nennen.

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