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Store des Tages: Leffers in Wilhelmshaven

Es ist einer der größten Umbauten in dieser Saison: Leffers hat mehr als 2 Mill. Euro in die Umgestaltung und Neustrukturierung seiner DOB-Abteilung investiert. Im gesamten 2000m² großen Erdgeschoss sowie im 1000m² großen Womenswear-Bereich sind die Decken nun offen, was der Fläche ein Ambiente zwischen Loft und Industriedesign verleiht. Das neue Farbkonzept besteht aus Grau, Rauchblau, Weiß, Rosé und Salbeigrün und soll für eine „unaufdringliche Leichtigkeit“ sorgen. Zudem hat der Platzhirsch aus dem hohen Norden in eine effektivere Haustechnik investiert: etwa die Klimatisierung, Sicherheitstechnik, ein komplett neues Beleuchtungskonzept mit einer Komplettumstellung auf LED-Leuchten, die den Stromverbrauch deutlich reduzieren sollen, sowie in eine neue Musikanlage.

Doch nicht nur das Store-Design (Deco Leisure GmbH, Wesel) hat sich geändert. Inhaberin Daniela Leffers und ihr Ehemann Guido Schöttler-Leffers haben den Umbau auch für eine Umstrukturierung der DOB genutzt. So hat das Modehaus die bisher im Erdgeschoss angesiedelten Damen-Hosen und Damenoberbekleidung in den ersten Stock ausgelagert, um sich im Erdgeschoss ganz den Themen „Trend Women“ und „Modern Women“ widmen zu können und die Etage um Premium-Kollektionen ergänzt. „Ursprünglich haben wir die Idee verfolgt, komplett nach Outfits zu präsentieren“, sagt Guido Schöttler-Leffers, „aber wir haben gemerkt, dass das die Kunden überfordert.“ Herausgekommen ist nun ein Mix aus Flächen, die übersichtlich nach Labels und Marken orientiert sind, und Bereichen, in denen Looks, die aus verschiedenen Marken zusammengestellt wurden, präsentiert werden. So finden sich nach wie vor Shops von u.a. Opus, Cartoon, Tommy Hilfiger, Comma CI und S.Oliver Black Label, die den Kunden bei der Orientierung helfen. Aber es wurde eben auch deutlich mehr Platz für Multilabel-Flächen freigeräumt. Zum Beispiel für Bereiche, in denen bestimmte Farb- oder Modethemen markenübergreifend präsentiert werden. Und Deko-Inseln, auf denen Outfits mit passenden Accessoires gezeigt werden.

Außerdem hat Leffers Platz für zwei jeweils 200m² große Aktionsflächen im Erdgeschoss geschaffen. Hier wollen sich die Inhaber Flexibilität bewahren, mehr Dynamik ins Sortiment bringen und Schwerpunkte setzen. Die Aktionsflächen sollen für saisonale Highlights, an die das Modehaus glaubt, ebenso genutzt werden wie für schnelle Reaktionen – etwa auf das Wetter. Kommt im August überraschend Frost, dann kann Leffers künftig blitzschnell und prominent platziert ein entsprechendes Sortiment anbieten und promoten.

In der ersten Etage, wo Damen nun Hosen und Oberteile finden, befindet sich auch die Menswear, die bis Ende September umgebaut wird und dann nahtlos an den modernisierten Damenbereich im Loft-Look anschließen soll. Im Anschluss daran wird zum Frühjahr/Sommer 2017 das zweite, etwa 1800m² große Obergeschoss umgebaut, wo Wäsche, Strümpfe, Kindermode und Heimtextilien angeboten werden.

Mit dem Umbau der DOB hat das Modehaus nur ein Label neu aufgenommen: Nile Clothing. Ein Upgrade gab es nicht. „Wir wollen mittelpreisig orientiert bleiben“, sagt Schöttler-Leffers. Die Preisrange liegt zwischen Vero Moda und Mavi Jeans als Einstieg führt über Yaya und Soyaconcept bis zu Jette, Sportalm und Marc O’Polo. „Von den ganz günstigen Labels haben wir uns aber verabschiedet“, sagt der Geschäftsführer, „eine Jenas sollte schon mindestens 49 Euro kosten, sonst lohnt sich der Aufwand für die Beratung nicht“.

Aufgegeben hat Leffers das preisaggressive Angebot nicht. Die Ware von u.a. Tally Weijl, Only & Sons, Broadway und Authentic Style für männliche und weibliche Teens bietet das Unternehmen seit Ostern in einem neu eröffneten, separaten Young Fashion-Store an: dem Havenschön. Entsprechend des Namens sorgen auf den 300m² des ehemaligen S. Oliver-Stores, den Leffers zuvor als Franchise-Partner führte, maritime Requisiten für Strand-Flair.

Ursprünglich hatte das Ehepaar auch überlegt, den Store in ein Plus Size-Konzept zu verwandeln. Dass es letztlich doch ein Young Fashion-Konzept geworden ist, liegt daran, dass die Konkurrenz durch vertikale Anbieter vor Ort nicht so groß ist – es gibt nur eine H&M-Filiale – und man die Schülerinnen, die nicht genügend Taschengeld haben, um im Stammhaus einzukaufen, nicht verlieren wollte. Wie für das Familienunternehmen typisch, handelt es sich nicht zuletzt auch um eine Standortentscheidung: Nach der Eröffnung eines Sporthauses vor einem Jahr soll auch der Store für Teenager dazu dienen, den Standort zu stärken – und die Bewohner vor einer Abwanderung an andere benachbarte Einkaufsstädte abhalten.

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