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Store des Tages: Mohr in Dollern

Ein Konzept für die Menswear-Abteilung zu entwickeln, in dem sich alle Stilgruppen (Young Fashion, Modern Man und Modern Classic) wohlfühlen und das Kunden „cool“ finden – das war die Vorgabe von Mohr-Chef Volker Mohr für die Neugestaltung der 2500m² großen HAKA-Fläche im Erdgeschoss an das Architekurbüro Messerschmid, Stuttgart. Seit der Neuaufstellung des insgesamt 19.000m² großen Kaufhauses im Jahr 1995 wurden auf der Menswear-Etage zwar immer wieder Kleinigkeiten verändert, nun war es an der Zeit für eine komplette Kernsanierung. „Nicht wie im Jahrmarkt, sondern durchgängig gestaltet und konzipiert“ will Mohr die Menswear ab sofort präsentieren.

Volker Mohr fällt es schwer, sein persönliches Highlight im Ladenbau, umgesetzt von Ganter Interiors, Waldkirch, zu nennen: „Die ganze Abteilung ist gelungen!“ Das gelte sowohl für die Stilwelten als auch für die Kompetenzabteilungen. Zum Beispiel die Hemdenrückwand aus gewachstem Schwarzstahl in der Modern Classic und deren Rückseite, die Rückwand mit den Denims. Oder die circa 25 Meter lange Jacken-Wand: Die Jacken hängen dort an verschiebbaren Gestellen, die an der Decke befestigt sind, und ermöglichen sowohl eine seitliche als auch eine frontale Präsentation. Die Wand dahinter mit roher Spachteloberfläche ist Messerschmids Interpretation einer Gebirgswand und wird von einer Graswand unterbrochen. In der Modern Man-Abteilung wurden die Rückwände sogar mit einem regionalen echten Klinkerstein raumhoch vermauert. Der Einsatz von echten Materialien war Volker Mohr wichtig. „Wir wollten kein Disneyland und kein Pappmarché, sondern dass alles echt ist. Wir wollten eine authentische Welt erschaffen – denn Authentizität trifft auch auf unsere Beratung zu.“

Beim Bodenbelag setzt Mohr mal auf einen Spachtelboden in modernem Betonoptik, mal auf aufwändiges, edles Eiche-Parkett in Fischgrätverlegung mit sechs unterschiedlich behandelten Eiche-Parkett-Stäben, von hell bis dunkel. Weitere Hingucker auf der Etage: die korallenartig geformte, gelochte Decke mit verspiegelten Oberflächen im Modern Man-Bereich. Und in der Anzugsabteilung die 600 senkrecht angeordneten Lamellen, mit dunkler Verspiegelung und in unterschiedlicher Breite.

Viel gearbeitet wurde mit Beleuchtungskonzepten (Beleuchtungsplanung: Rühle Lichtplan, Immenstaad; Beleuchtung: D+L Lichtplanung, Menden). Zum Beispiel die Lichtdecke aus rund 200 einzeln ansteuerbaren „Tubes“ zwischen Haupteingang und Modern Man-Abteilung eingebaut, die sich auf 40 Meter Länge entweder auf sanft in Farbe und Helligkeit wechselnde Stimmungen oder auf deutlicher warnehmbare Farb- und Lichtverläufe einstellen lassen.

Kaum  Veränderungen gab es dagegen das Sortiment betreffend, das sich in Preislagen beginnend beim Bestseller-Konzept Jack & Jones bis hin zu Premium-Anbietern wie Hugo Boss und Cinque erstreckt. „Bei uns gilt weiter: Wir zeigen nicht die meiste Ware, sondern die schönste. Und kaufen daher nur die Teile einer Kollektion ein, die uns am besten gefallen“, so Mohr.

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