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Unternehmen

Store des Tages: Textilium in Nidda

Was treibt einen 28-Jährigen an, seine Karriere in der Modeindustrie gegen einen eigenen Multilabel-Store zu tauschen? Und wie sieht ein Multilabel-Haus heute aus, wenn man die Chance hat, es von Grund auf zu konzipieren und für die Zukunft aufzustellen? Antworten auf die Fragen lassen sich in Nidda finden, einer 17.000-Einwohnerstadt im hessischen Wetteraukreis. Dort hat Maximilian Häßner vor kurzem seinen ersten eigenen Multilabel-Laden mit Womens- und Menswear eröffnet: das Textilium.

Anders als üblich gibt es auf den 200m² nicht getrennte Bereiche für DOB und HAKA. Beide Sortimente haben gleich viel Platz in dem Laden mit dem modernen Ladendesign, bestehend aus Loft-Flair und warmen Holz-Elementen, bekommen und verlaufen auf der L-förmig geschnittenen Fläche parallel. Was zur Folge hat, dass sich Pärchen nicht nur mit Sichtkontakt durch das Sortiment arbeiten können, sondern schon einige weibliche Kunden Männer-Pullis und Strickjacken gekauft haben – für sich selbst. Cleveres Cross-Selling sozusagen.

Bei der Zusammenstellung des Portfolios hat Häßner auf zwei Dinge geachtet: Erstens hat er bevorzugt bei Lieferanten geordert, die sowohl eine Damen- als auch eine Herrenmode-Linie haben, wie etwa Scotch & Soda für Ihn und Maison Scotch für Sie. Und zudem legt der Inhaber darauf Wert, dass durch einen Mix aus unterschiedlichen Preisgenres der Durchschnitts-Bon stimmt – für Kunden und Händler. Die Komplett-Looks in den Schaufenstern machen schon mal vor, wie dieser Mix funktionieren soll: Dort wird etwa der edle Strickpulli in Off-White für 120 Euro mit einer Stoffhose im Bohemian-Style für nur 30 Euro kombiniert. Ware aus dem gehobenen mittleren Preissegment soll mit Artikeln zu kommerziellen Einstiegspreisen, etwa der Bestseller-Konzepte Jack & Jones und Only, als Outfit verkauft werden. Accessoires wie Lederarmbänder, Ohrringe, Tüche rund Taschen runden den Look ab.

Eine Taktik, um übrigens auch Rotpreis-Aktionen zu vermeiden. „Bei mir wird es nur zweimal im Jahr einen Schlussverkauf geben“, sagt Häßner, „nach der Saison – und nicht zum Auftakt oder zwischendurch.“ Er wolle seine Kunden gar nicht erst zu Schnäppchenjägern erziehen. Eines der größten Probleme der Branche, wie er findet.
 

Auch wenn die Neueröffnung für ihn den Start als Einzelhändler bedeutet, ist Häßner mit den Herausforderungen des Modehandels bereits vertraut. Nach einer Ausbildung beim Herrenausstatter Köhler in Gießen und fünf Jahren bei Müller-Ditschler, u.a. als Leiter der Young Fashion für das Stammhaus in Büdingen und die Paradiso-Filialen, war er Store Manager des Tommy Hilfiger-Stores im Frankfurter Shoppingcenter MyZeil. Und arbeitete danach bei Street One im Außendienst und bei More & More als bundesweiter Depot-Verantwortlicher. Mit der Eröffnung des eigenen Stores hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt: In demselben Ladenlokal hat er schon als Schuljunge seinen Großeltern in deren Fachgeschäft für Raumausstattung mitgeholfen. „Schon damals hat mich das Handelsfieber gepackt“, sagt er.

Was treibt einen 28-Jährigen an, seine Karriere in der Modeindustrie gegen einen eigenen Multilabel-Store zu tauschen? Und wie sieht ein Multilabel-H

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