Unternehmen

TW-Konferenz: Personalarbeit wird anspruchsvoller

Die Personaler sind sich einig: Ihre besondere Aufmerksamkeit sollte in den nächsten Jahren den unterschiedlichen Generationen im Unternehmen gelten. „Wenn Sie die Arbeitsproduktivität erhöhen wollen, müssen Sie auf die Individualität der Mitarbeiter eingehen“, sagte Professor Benedikt Hackl am Mittwoch auf der 6. Personalmanagement Konferenz in Frankfurt. Hackl, der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg lehrt, wies auf die steigenden Zukunftsanforderungen der Personalarbeit hin. Junge Arbeitnehmer seien heute anspruchsvoll, freiheitsliebend und selbstbestimmt. Die Mitarbeiter über 50 Jahre dagegen müsse man mit flexiblen Arbeitsmodellen gewinnen. Doch die Baby-Boomer würden  gerne mal vergessen, so der Professor für Unternehmensführung und Personal. Das müsse sich ändern, denn meist sei diese Generation den Jüngeren fachlich und leistungsmäßig überlegen.

Der Wunsch nach Flexibilität im Arbeitsleben eint jedoch die Generationen und führt zu einem seit Jahren bestehenden Problem: dem Fachkräftemangel auf der Fläche. Martin Heinzmann, Geschäftsführer bei Hermann Hagemeyer in Minden, appelliert: „Wir brauchen Verkäufer mit Dienstleistungsgedanken, die bereit für die Arbeitszeiten im Verkauf sind.“
Vor diesem Hintergrund werde es immer wichtiger, dass Arbeitgeber den Bedürfnissen von Mitarbeitern entgegenkommen, so die Überzeugung von Sandra von Keitz, Human Resources Managerin bei der VF Corporation. Von Verkaufsmitarbeiterinnen, die eigene Kinder haben, komme häufig der Wunsch, gerade am Wochenende zu arbeiten, weil die Kinder dann innerhalb der Familie, etwa durch den Partner, betreut werden. Studentische Aushilfen dagegen arbeiten oft bevorzugt unter der Woche. Auf solche Anforderungen müsse sich die Personalarbeit stärker einstellen.

Den Grundstock der Personalarbeit bildet eine starke Arbeitgebermarke. Diese wird für klassische Unternehmen immer wichtiger, um sich gegenüber anderen Markenanbietern bzw. Konkurrenten wie Zalando oder jüngeren Start-ups als Arbeitgeber zu behaupten. Gerade wenn ein Unternehmen keine attraktive Großstadtlage zu bieten hätte, sollte das Employer Branding umso besser entwickelt werden, um geeignete Bewerber zu rekrutieren, so die Erfahrung von Tanja Pös, verantwortlich für Personalentwicklung bei der Unternehmensgruppe May in Waldshut-Tiengen. Doch eine starke Marke fordert Geduld und intensive Aufbauarbeit, wie Nina Pothmann von Tom Tailor weiß: „Der Weg dahin ist ein Marathon.“

Bei der Personalmanagement-Konferenz, die jährlich von der TextilWirtschaft gemeinsam mit The Conference Group ausgerichtet wird, trafen sich rund 100 Personalverantwortliche und Entscheider in den Räumen der dfv Mediengruppe in Frankfurt, um über Herausforderungen und Strategien guter Personalführung zu diskutieren.

Die Personaler sind sich einig: Ihre besondere Aufmerksamkeit sollte in den nächsten Jahren den unterschiedlichen Generationen im Unternehmen gelten.

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