Unternehmen

Tiger will in Deutschland expandieren

Der dänische Lifestyle-Filialist Tiger will die Zahl der Läden in Deutschland deutlich vergrößern. Mit 32 Filialen (24 in Norddeutschland, 5 in Berlin, 2 in Nordrhein-Westfalen, 2 in Bayern und einer in Hessen) stehe das Unternehmen hier noch am Anfang, sagte Deutschland-Geschäftsführer Oliver Windhaus. Er sehe in Deutschland Potenzial für eine dreistellige Zahl von Ladenlokalen und kündigte die Eröffnung von je einer Filiale in Hamburg und Bremen für Mai an. Die Adressen wollte er noch nicht nennen. Die Größe der bisher eröffneten Läden liegt zwischen 150m² und 250m².

Textilien spielen im Sortiment von Tiger nur eine untergeordnete Rolle. Interessant ist Tiger für die Branche trotzdem, da es sich um ein frequenzbringendes Handelskonzept handelt, dessen Anziehungskraft für die Kunden aus einer Mischung aus innovativen und schrägen Produkten sowie ausgeklügeltem Ladenbau besteht. „Nicht zu vergessen die Ladenatmosphäre. Die Musik darf gerne etwas lauter sein, die Mitarbeiter scheuen sich nicht, die Kunden manchmal auch in Kostümen zu begrüßen“, sagt Windhaus. Das 1995 in Kopenhagen gegründete Unternehmen ist heute mit knapp 590 Läden in 27 Ländern aktiv und hat 2014 einen Umsatz von rund 370 Mill. Euro erzielt. Die Umsatzrendite ist dem Vernehmen nach zweistellig. Mit der Eröffnung eines Ladens in Luzern ist Tiger zuletzt Anfang März in ein weiteres Land expandiert. In Deutschland ist der Filialist seit Ende 2006 aktiv.

Das Unternehmen hat ein festes Standardsortiment und bringt monatlich wechselnd rund 300 neue Produkte in seine Läden. Neben Küche & Wohnen (Gewürze, Kerzen und Lampen, etc) gibt es die Produktkategorien Büro (Medien, Schreibwaren, Aufbewahrung), Einfach gut (Batterien, Party), Kinder (Spielzeug, Schule, Hobby) und Erwachsene (Make up, Körperpflege & Bad, Bekleidung, Brillen, Accessoires). In Kopenhagen arbeitet ein großes Team aus Produktmanagern und Designern daran, dass die Artikel ungewöhnlich aussehen und einmalig sind. Zur Osterzeit gibt es zum Beispiel eine Lichterkette aus bunten Ostereiern für 10 Euro, ein Osterei aus Metall für 2 Euro, eine Blumenvase, die an die Wand gehängt werden kann (5 Euro) und eine Kerze für 3 Euro in Form einer Henne. Die Wegeführung in den Läden ist so, dass die Kunden keine Abkürzung zur Kasse nehmen können. Übersichtlichkeit durch niedrige Warenträger sind ein weiteres Merkmal der Gestaltung der Läden, die von Handelsexperten auch als Mischung aus Ikea und Discounter bezeichnet werden.

In Deutschland will Tiger weitere Läden (130 bis 400m²)eröffnen, in gut frequentierten Innenstädten und Einkaufszentren von Städten ab 50.000 Einwohnern. Laut Windhaus sind dabei auch Kooperationen mit Modehändlern denkbar. Die Dänen würden damit Konzepten wie Depot folgen, die ebenfalls mit Modehändlern kooperieren.

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