Warenkredite

Versicherer wollen Schutzschirm nicht verlängern

Imago / Jochen Tack
Der Schutzschirm für Kreditversicherer sollte einen "Kollaps der Lieferketten" verhindern, so der Versicherungsverband GDV. Da das erreicht worden sei, sollte "der Versicherungsschutz wieder ausschließlich auf Basis marktwirtschaftlicher Prinzipien zur Verfügung gestellt werden." (Foto: Container Umschlag Zentrum in Duisburg)
Der Schutzschirm für Kreditversicherer sollte einen "Kollaps der Lieferketten" verhindern, so der Versicherungsverband GDV. Da das erreicht worden sei, sollte "der Versicherungsschutz wieder ausschließlich auf Basis marktwirtschaftlicher Prinzipien zur Verfügung gestellt werden." (Foto: Container Umschlag Zentrum in Duisburg)

Wird der Schutzschirm für Warenkredite verlängert? Die Versicherer positionieren sich jetzt klar: Sie wollen die Garantie der Bundesregierung, die Ausfallrisiken in Höhe von 30 Mrd. Euro absichert, nicht über den 30. Juni hinaus in Anspruch nehmen. 

Schlechte Nachricht für viele Nonfood-Händler: Mit dem Schutzschirm der Bundesregierung für Warenkreditversicherungen soll Mitte des Jahres endgültig Schluss sein. Dies erklärt ein Sprecher des Versicherungsverbandes GDV gegenüber der Lebensmittelzeitung (LZ), die wie die TextilWirtschaft in der dfv Mediengruppe erscheint. Der gemeinsame Schutzschirm des Bundes und der Warenkreditversicherer laufe "vereinbarungsgemäß am 30. Juni 2021 aus", sagt ein GDV-Sprecher. "Gespräche mit dem Bund über eine darüber hinausgehende Verlängerung gibt es derzeit nicht, eine erneute Verlängerung wird von allen beteiligten Warenkreditversicherern nicht angestrebt."

Der Schutzschirm soll verhindern, dass Kreditversicherer in der Corona-Krise Warenkreditlimits im großen Stil kürzen, um ihre Ausfallrisiken zu minimieren. Das ist insbesondere für stationäre Nonfood-Einzelhändler und ihre Lieferanten in der aktuellen Lage ein Problem. Da viele Nonfood-Händler aufgrund der Lockdowns über wenig Liquidität verfügen, werden sie von Kreditversicherern häufig kritisch betrachtet. Die Händler fürchten nun, das Kreditlimits nach Ende des Schutzschirms gekappt werden könnten.

Kreditlinien im Umfang von 400 Mrd. Euro

Die Absicherung war zuletzt Ende vergangenen Jahres verlängert worden. Der Bund garantiert dabei, Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von bis zu 30 Mrd. Euro zu übernehmen. Im Gegenzug haben sich die Kreditversicherer verpflichtet, Kreditlinien im Umfang von 400 Mrd. Euro abzusichern. Allerdings ist der Schutzschirm für die Versicherer kostspielig: Sie mussten für die Absicherung zuletzt 60% ihrer Beitragseinnahmen für das erste Halbjahr 2021 an den Bund abgeben.

Trotz des anhaltenden Lockdown und der Schwierigkeiten insbesondere von stationären Nonfood-Händlern sieht der Versicherungsverband GDV das Ziel des Schutzschirms erreicht. Ein "Kollaps der Lieferketten" sei nicht mehr zu befürchten, damit entfalle der ursprüngliche Zweck des  Schutzschirms. "Versicherungsschutz kann und sollte wieder ausschließlich auf Basis marktwirtschaftlicher Prinzipien zur Verfügung gestellt werden", erklären die Versicherer.

Dieser Text erschien zuerst auf www.lebensmittelzeitung.net.
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