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Standorte

Zürich: Maison Gassmann ist umgezogen

Katja und Michael Hahnloser
Katja und Michael Hahnloser

Ende gut, alles gut: Nach dem jahrelangen Familienstreit hat das Schweizer Traditionshaus Gassmann nun sein Ausweichquartier in Zürich bezogen – und das neue Geschäft sieht alles andere aus als nach einer Notlösung. Am Weinplatz 3, und damit nur rund 300 Meter vom 134 Jahre alten Standort an der Ecke Bahnhofsstraße/Poststraße entfernt, hat das Modehaus mit 30 Mitarbeitern nun unter dem Namen Maison Gassmann neu eröffnet.

In dem neuen Store mit vier Etagen und einer Verkaufsfläche von 640m² verwirklichen die Geschwister Katja und Michael Hahnloser, und damit die fünfte Inhaber-Generation, ihre Vision eines modernen Modehauses. Ziel war es, einen inspirierenden Begegnungsort zu schaffen, an dem sich alles rund um luxuriöse Mode dreht. Das reicht in der Womenswear von Newcomern wie Vilshenko bis hin zu etablierten Namen wie Akris, Burberry und Missoni.

Im Untergeschoss haben die Geschwister Platz für ein umfangreiches Accessories-Sortiment geschaffen. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage ist die Womenswear untergebracht. Und auch die Kindermode hat das Unternehmen beibehalten, in der zweiten Etage mit den Kollektionen von u.a. Burberry, Mimisol und Ouis Ouis.

„Nachdem das Sortiment in den letzten Jahren bereits deutlich trendiger wurde, ist nun auch das Storedesign auf eine modeaffinere Kundschaft zugeschnitten“, heißt es aus Zürich. Der Ladenbau am neuen Standort sollte frei von jeglichen branchenüblichen Regeln sein. Und deshalb haben die Geschwister Bühnenbildner und Interiordesigner Raphael Otto (Atelier 72, Ebnat-Kappel) an Bord geholt. Mit warmen Holzelementen in Form von Sitzgruppen und Warenträgern sowie den hölzernen Deckenbalken wurde so Wärme in das sonst grau-weiße Ambiente gebracht.

Mit der Eröffnung ist es der Familie gelungen, 134 Jahre in der Stadt präsent zu sein – und weiter zu bleiben. Wenn auch mit einer um 360m² weniger großen Verkaufsfläche als im Prestige-Bau an der Poststraße und ohne die Menswear. Vorausgegangen war ein Familienstreit, der das Modehaus bis vor das Bundesgericht, die höchste Schweizer Justiz-Instanz, führte. 1960 hatte die Familie das 1895 gegründete Unternehmen in zwei Bereiche getrennt: in das Topgenre-Modehaus für DOB, KOB und HAKA und in das Immobilien-Geschäft, zu dem die Handelsimmobilie gehört. So zahlte das Modehaus mit mehr als 1000m² Verkaufsfläche, Büros und Lager seit Jahrzehnten Miete an die Gassmann Immobilien- und Beteiligungs-AG, dessen Chef Georg Hahnloser ist, der Bruder des Modehaus-Inhabers.

Die Immobilien-Firma wollte die Handelsimmobilie künftig zu deutlich höheren Quadratmeterpreisen vermieten – womit das Modehaus des Bruders als Mieter ausschied. Zudem wollte die Immobiliengesellschaft erreichen, dass das Traditionshaus für die verbleibende Mietzeit mehr bezahlt. Eine Mieterhöhung ist nicht zulässig, entschied das Schweizer Bundesgericht im vergangenen Jahr und räumte dem Modehaus zudem eine um zwei Jahre verlängerte Mietdauer ein. Demnach hätte das Modehaus bis Juni 2018 an seinem Standort bleiben dürfen, um mehr Zeit für die Suche nach einem alternativen, gleichwertigen Lokal zu haben.

Ende gut, alles gut: Nach dem jahrelangen Familienstreit hat das Schweizer Traditionshaus Gassmann nun sein Ausweichquartier in Zürich bezogen – und

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