Adidas, Primark, H&M, Tchibo, Zalando uvm. haben sich der ILO-Initiative angeschlossen

Internationaler Hilfsplan für weltweite Textilindustrie

Die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) hat Retailer, Produzenten, Regierungen, Banken, Verbände, Gewerkschaften und führende Marken-Anbieter zur Zusammenarbeit aufgerufen, um weltweit die von der Covid-19-Pandemie betroffenen Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie zu unterstützen.

Die ILO will eine internationale Arbeitsgruppe einberufen, koordiniert von der International Organisation of Employers (IOE) und der International Trade Union Confederation (ITUC). Ziel sei es, ein nachhaltige System zu entwickeln, um die Textilindustrie weltweit durch die Corona-Krise zu führen sowie Gesundheit, Einkommen und Arbeitsplätze der Beschäftigten zu sichern. Diese Vorhaben erfordere das sofortige Engagement aller Beteiligten, betont die ILO.

Regierungen und Banken sollen aufgefordert werden, Kredite und Einkommensunterstützungen sowie Steuererleichterungen und ähnliches zu ermöglichen. Brands und Retailer sollen sich u.a. dazu verpflichten, Hersteller für bereits gefertigte Ware zu bezahlen und verbindlich neue Aufträge zu planen. Außerdem sollen auch weiterhin soziale, Umwelt- und Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Gerade in Ländern mit fehldenen Gesundheits- und Sozialsystemen könnten in Folge der Pandemie Millionen von Menschen rasch verarmen, daher sei die weitere Bezahlung von Löhnen und das Sichern der Jobs enorm wichtig. Zu der Initiative bekannt haben sich u.a. H&M, Primark, Bestseller, C&A, Adidas, Inditex, PVH, Tchibo, VF, Zalando und Under Armour.

"Die Bedeutung dieser ILO-geführten Initiative kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Hersteller und ihre Beschäftigten in den Lieferketten der Bekleidungsindustrie benötigen dringend finanzielle Unterstützung von internationalen Finanzinstitutionen und Regierungen, um Arbeitsplätze zu schützen und diese Krise zu überstehen", so Katharine Stewart, Direktorin für ethischen Handel und ökologische Nachhaltigkeit bei Primark. Längerfristig hoffe sie, dass diese Initiative auch die Einführung oder Stärkung von Sozialleistungen unterstützen werde.

Primark habe sich verpflichtet, zusätzlich zu den 1,5 Mrd. Britischen Pfund an Ware, die sich bereits in Geschäften, Depots und auf dem Transportweg befindet, 370 Mio. Pfund für zusätzliche Warenbestellungen zu bezahlen, obwohl die Geschäfte geschlossen bleiben. Unabhängig davon habe der Discounter einen Lohnfonds eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Beschäftigten in Bangladesch, Kambodscha, Indien, Myanmar, Pakistan, Sri Lanka und Vietnam so schnell wie möglich für ihre Arbeit an Primark-Ware bezahlt werden, die sich bereits in der Produktion befand.

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