Alternative zur Fashion-Week

Saint Laurent sagt sich vom Schauenrhythmus los

Martin Veit

Die Covid-19-Pandemie wirbelt den Modekalender durcheinander. Nachdem Ermenegildo Zegna sich für ein Digitalformat entschieden hat, kündigt Saint Laurent an, ab sofort den Rhythmus selbst zu bestimmen. Das hört sich nach einem Modell à la Moncler Genius an.

Die Luxusmarke Saint Laurent verabschiedet sich in Zeiten von Covid-19 von den Kalendern der Fashion-Weeks. Nach der Absage der Menswear-Wochen in Mailand und Paris im Juni, hat die Tochter des Kering-Konzerns angekündigt, ab sofort selbst den Rhythmus zu bestimmen.


Paris Fashion Week: Saint Laurent H/W 20/21

„Jetzt werden wir  uns wie nie in unserem eigenen Rhythmus bewegen“, teilte Saint Laurent mit. Die Marke werde sich mit Menschen weltweit verbinden. „Wir werden ihnen räumlich und in ihrem Leben näher kommen.“ Saint Laurent nehme deswegen den „Kalender“ selbst in die Hand. Die Kollektionen würden nach einer „Up-to-date-Perspektive“ lanciert, hieß es weiter.

Paris Fashion Week: Saint Laurent F/S 2020

War der Schauenkalender bereits vor Covid-19 in Bewegung, so wird er durch die Pandemie vollends durcheinander gewirbelt. Die Londoner Fashion-Week hat sich im Juni für ein Digitalformat entschieden, bei dem Mode mit Kultur verbunden wird. Die Mailänder Fashion-Week wird Ende September Frauen und Männer zusammen zeigen. Die einzelnen Marken probieren Neues aus. Der Menswear-Konzern Ermenegildo Zegna wird Ende Juni, Anfang Juli eine Digital-Show zeigen.

Neues Store-Konzept: Rive Droite von Saint Laurent

Es ist durchaus denkbar, dass der traditionelle Schauen-Kalender grundsätzlich hinterfragt wird. Die Ankündigungen von Saint Laurent deuten in die Richtung von Moncler. Die Mailänder Luxusmarke hat unter der Ägide von CEO Remo Ruffini das Modell Moncler Genius eingeführt. Dabei werden Kapselkollektionen mit Designern in einem monatlichen Takt lanciert. Über Pop-ups, künstlerische Darbietungen wie beispielsweise ein Ballett und Events.

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