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Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie

Performance Brands: „Bei Neuheiten zeichnen sich erste Lücken ab“

Robert Kreuzer ist Geschäftsführer des Lingerie-Spezialisten Performance Brands, Stockdorf, mit dem Dessous-Label Royal Lounge. Seit 2015 auf dem Markt, führen heute rund 100 Handelspartner in Deutschland BHs und Slips des in der Guangdong-Provinz produzierenden Wäschelabels mit VK-Preislagen zwischen 39 und 59 Euro (BHs).

TextilWirtschaft: Herr Kreuzer, wie stellt sich die aktuelle Situation für die, in der Lingerie-Produktion wichtigen Guangdong-Provinz dar?
Robert Kreuzer: Eher schwierig. Sehr viele Wanderarbeiter kommen ja aus der Hubai-Provinz, die an die Guangdong-Provinz angrenzt. Da die chinesische Regierung aktuell jedoch alle Reiseaktivitäten innerhalb Chinas einschränkt, dürfen auch die ‚Migrant Workers‘ nicht die Grenze in die Guangdong-Provinz übertreten. So will man einer Verbreitung des Corona-Virus vorbeugen. Es sind also nur wenige Arbeiter vor Ort.

Mit welchen Schwierigkeiten haben die Produzenten aktuell zu kämpfen?
Derzeit gibt die chinesische Regierung noch keine Entwarnung. Viele Fabriken im Süden Chinas müssen daher noch bis zum 25. Februar geschlossen bleiben. Diese Entscheidung betrifft leider auch zwei Lieferanten unseres Labels. Einige andere Lieferanten haben zwar schon wieder öffnen dürfen, aber auf Grund der Tatsache, dass die Arbeiter nicht reisen dürfen, sind nur fünf bis zehn Prozent der Arbeitskräfte derzeit in den Betrieben. Und das ist natürlich nicht ausreichend , um kurzfristig einen Produktionsbetrieb wieder auf Leistung zu bringen. Man kann also zurzeit nicht verlässlich mit Produktionen oder Lieferungen rechnen.

Wann erwarten Sie eine Lockerung der Situation?
Nach derzeitigem Stand rechnen wir nicht mit einer Entwarnung vor Ende Februar. Hersteller, die wieder eine Produktion aufnehmen wollen, müssen zudem beim Bezirksamt erst wieder eine Genehmigung für diese Produktionsaufnahme beantragen. Das dauert im besten Fall ungefähr eine Woche. Zusätzlich müssen alle Wanderarbeiter, die ihre Tätigkeit wieder aufnehmen wollen, vor Ort erst zwei Wochen in Quarantäne, ehe sie an ihren Arbeitsplatz zurück dürfen. Wir rechnen - konservativ geschätzt – also mal mit mindestens vier Wochen Lieferverzögerung.

Rund 100 Handelspartner in Deutschland führen BHs und Slips des in der Guangdong-Provinz produzierenden Wäschelabels Royal Lounge.
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Rund 100 Handelspartner in Deutschland führen BHs und Slips des in der Guangdong-Provinz produzierenden Wäschelabels Royal Lounge.
Wie reagieren Sie mit ihrem Label auf die aktuelle Situation?
Unsere Kollektion ist zu fast hundert Prozent eine NOS-Kollektion. Wir haben in Eggenfelden/Bayern unser Logistikzentrum mit rund 80.000 Teilen über alle Artikel, Größen und Farben hinweg, und damit auch noch ausreichend Lagerbestände. Allerdings zeichnen sich erste Lücken bei den Neuheiten ab. Unsere Handelskunden zeigen sich sehr verständig und werden von uns auch permanent informiert. Zusätzlich geben wir aktuell einen 10-prozentigen Erstbestellungsrabatt als kleines Entgegenkommen für die Wartezeit.
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