BCG-Studie

Großteil der Verbraucher steht stationärem Shopping noch kritisch gegenüber

imago images / Jan Huebner
Wollen die Deutschen schon wieder shoppen gehen? Worauf es ankommt, hat BCG ermittelt
Wollen die Deutschen schon wieder shoppen gehen? Worauf es ankommt, hat BCG ermittelt

Am heutigen Montag ist es soweit: Nach wochenlangem Corona-Shutdown dürfen kleinere Geschäfte in einigen Bundesländern ihre Türen wieder für Kunden öffnen. Doch haben die Kunden überhaupt Lust zu shoppen? Das hat die Boston Consulting Group (BCG) in einer Studie untersucht.

Die Verbraucher sind offenbar noch skeptisch, wieder stationär im Einzelhandel einkaufen zu gehen. Das ergab die Studie der BCG. Die Daten wurden zwischen dem 27. und 29. März 2020 sowie vom 10. bis 13. April erhoben. Befragt wurden im März 3085 und im April 3040 Verbraucher.

33% der Befragten würden erst wieder den stationären Handel besuchen, wenn die Kontaktbeschränkungen durch die Regierung wieder aufgehoben werden. 23% würden hingegen sofort einkaufen gehen, wenn die Läden wieder öffnen. Aus Wissenschaft und Politik heißt es immer wieder, dass die Corona-Gefahr nicht gebannt ist, bis ein Impfstoff oder Medikament entwickelt wurde. Solange mit dem Shopping zu warten, kommt für 30% der Umfrageteilnehmer in Frage. Nur 15% sagen, dass sie auch schon während des Befragungszeitraums shoppen gegangen wären und sich wohl damit gefühlt hätten (27. bis 29. März & 10. bis 12. April).

Für die Wiedereröffnungen, die in vielen Bundesländern ab dem 20. April schrittweise und zunächst für Läden mit bis zu 800 Verkaufsfläche genehmigt werden, hat die Regierung bestimmte Anforderungen definiert. Die Geschäftsbetreiber müssen etwa dafür sorgen, dass nur eine begrenzte Personenzahl in den Läden ist, sowie Hygieneregelungen einhalten. Das erwarten auch die befragten Kunden. Denn 25% der Befragten glauben, dass der Einzelhandel ein Ort ist, wo man sich mit dem Virus anstecken kann. 63% sagen sogar, dass sie Orte vermeiden, an denen sich viele Leute aufhalten - wie etwa Einkaufszentren. Trotzdem könnten Desinfektionsmöglichkeiten im Store dazu führen, dass Kunden die Stores betreten. So wünschen sich etwa 43% Handdesinfektionsmittelspender.


Besonders schlecht sieht es trotz teilweisen Wiedereröffnungen für das Segment Luxusbekleidung aus. 43% der Befragten geben an, im nächsten Monat weniger Geld in diese Kategorie zu investieren. Auch Handtaschen und Modeaccessoires stehen demnach nicht hoch im Kurs. Hier wollen Kunden 42% weniger ausgeben. Währenddessen werden Kinder- und Damenmode laut BCG wieder etwas gefragter.

Glaubt man der Befragung, wollen jedoch insgesamt mehr als 40% der Befragten im nächsten Monat weniger bei den klassischen Modehändlern ausgeben. Für Online prognostiziert BCG allerdings einen Aufwärtstrend. Zudem gibt es einen Hoffnungsträger: Der Studie zufolge wollen 20% der Generation Z bald wieder mehr Geld für Mode ausgeben. 
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